Corona-Krise „Corona und ich“ Seelsorge in der Schule

Jugenddiakon Daniel Kiwitt (Stephanskirche), Jugenddiakonin Lena Müller (Paulskirche), Schulleiter Dirk Ziegenhagen und Schulsozialpädagogin Barbara Laufer haben das Projekt "Corona und ich" gemeinsam umgesetzt.

Es geht um Sorgen und Ängste und um Corona. Die Gemeinschaftsschule Achter de Weiden in Schenefeld bei Hamburg bietet ihren Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, sich mit Seelsorgern über die Pandemie auszutauschen. Das Projekt wird gemeinsam mit den beiden Kirchengemeinden vor Ort organisiert. Sie bieten Seelsorge in Zeiten der Krise.

„Als der Lockdown kam wollten wir uns als Schule nicht nur um die fachlichen Dinge kümmern, sondern auch um die Menschen an sich. Es ging dabei nicht nur darum Probleme oder Sorgen zu beschreiben, sondern auch positive Erlebnisse anzusprechen“, erklärt Schulleiter Dirk Ziegenhagen das Projekt. Von Anfang an setzte der Pädagoge dabei auf Spezialisten von außen. Bei ihnen, so die Hoffnung, könnte es den Kindern leichter fallen sich zu öffnen und über Ängste zu sprechen. Ein Konzept, das nach Ansicht der beteiligten Seelsorger aufgeht.

„Ich habe den Eindruck, dass der Ansatz gut funktioniert“, sagt Lena Müller, Jugenddiakonin bei der Paulskirche in Schenefeld. „Es gibt für die Kinder und Jugendlichen viele Projektteile, bei denen sie selbst aktiv sein können oder wo etwas kreativ gestaltet werden kann. Es wird nicht langweilig.“

„Es gibt Kinder, die viele Ängste haben und andere, die die Situation nicht so betrifft. Natürlich gelingt es nicht immer die Kinder ins Gespräch zu bringen, aber einige sind richtig aufgeblüht“, ergänzt Jugenddiakon Daniel Kiwitt von der Stephanskirche.

Projektkoffer Corona und ich - Copyright: © Hagen Grützmacher
In den Zukunftskoffer können die Kinder und Jugendliche positive Erinnerungen und Wünsche legen, die sie aus der Corona-Zeit mitnehmen.

Insgesamt sieben Referentinnen und Referenten und rund 300 Schülerinnen und Schüler sind an dem Projekt beteiligt. Die Kinder sind in kleine Gruppen von drei bis sieben Personen aufgeteilt. Eine zentrale Rolle bei der Gruppenarbeit spielt eine unscheinbare Materialkiste. Darin findet sich zum Beispiel ein Zukunftskoffer. Dort hinein können symbolisch Erlebnisse gelegt werden, auf die man sich in Zukunft freut. Auch Erinnerungen, die man aus der Corona-Zeit für die Zukunft behalten möchte, finden hier Platz.

„Eine Jugendliche hat mir heute erzählt, dass sie in der Zeit des Shutdowns ihre große Liebe gefunden hat. Das war eine wichtige Erfahrung für sie, die natürlich in den Zukunftskoffer wandert“, sagt Diakon Kiwitt. „Eine Rückmeldung die wir auch ganz oft gehört haben war ‚Schule ist toll’. Die Kinder haben die Schule, als Teil von einer Normalität, richtig vermisst.“

 

Die Zusammenarbeit von Schule und Kirche lief gut

Von der evangelischen Kirche sind die Stephanskirche und die Paulskirche aus Schenefeld und das Jugendpfarramt des Kirchenkreises Hamburg West-Südholstein bei dem Projekt mit dabei. Außer den kirchlichen Seelsorgern gehören noch zwei Schulsozialpädagoginnen zum Team. Die Zusammenarbeit lief reibungslos, so das Fazit von Schulleiter Dirk Ziegenhagen.

„Es war und ist wirklich eine Freude zu erleben, wie Kirche und Schule hier zusammengearbeitet haben. Auch über alle Religionsgrenzen hinweg. Das Projekt hat unsere Schülerinnen und Schüler, egal welchen Glauben sie haben, weitergebracht. Aus meiner Sicht kann ich sagen: immer wieder.“