Gott und das Leben feiern!

Gottesdienst in St. Markus. Jeden Sonntag von 10 bis 10.45 Uhr!!

Gemeinsam unter besonderen Bedingungen zu feiern, ist etwas Besonderes.

So mischt sich gottesdienstlich Vertrautes mit Neuem.

Den verantwortlichen Umgang miteinander in Corona-Zeiten bewahren wir gerne.

Hier ist hinterlegt, was im Gottesdienst derzeit zu beachten ist.

Unter Veranstaltungen finden Sie alle aktuellen Termine.

Wir freuen uns auf Sie!

Falls es Ihnen nicht möglich sein sollte, am Gottesdienst persönlich teilzunehmen finden Sie unter Downloads den aktuellen Gottesdienst als Podcast zum Nachhören.

Kirche St. Markus mit Banner "Kraft, Liebe und Besonnenheit" - Copyright: Anja Bloes

Neu auf Instagram! instagram.com/stmarkushoheluft

Viele sind seit Jahren digital unterwegs. St.Markus geht den Schritt in die digitale kommunikative Welt. Anfänger*innen sind wir. Daher Tipps und Fotos und Wünsche wären klasse...

Kirche in Zeiten des Corona-Virus

Liebe Menschen in St. Markus,

neue Wege der Solidarität und des Segens üben wir in diesen Zeiten miteinander ein.

Vorweg: zur Zeit sind noch alle Veranstaltungen der Ev.-Luth. Kirchengemeinde St. Markus Hoheluft wegen der Corona-Virus-Pandemie abgesagt. Wenn sich etwas verändert erfahren Sie es hier.

Das Kirchenbüro ist zu den üblichen Öffnungszeiten telefonisch besetzt, aber für Publikumsverkehr noch geschlossen.

Als Menschen bleiben wir aber aufeinander angewiesen und füreinander da. Als Kirche in Hoheluft sind wir mittendrin.
Gucken Sie selbst, was für Sie/Dich dabei ist, ob Fürbitte oder Seelsorge oder konkrete Hilfe.

Bleiben Sie / Bleibt behütet in allem an allen Orten.

Ihr / Euer St. Markus Team

 

  • Das Mittagsgebet ist offen für alle! 

    Seelenhungrige. Sinnsuchende. Atemholer. Wer auch immer...

    Willkommen in der St. Markus-Kirche!

    Hören, schweigen, beten. Gott Zeit und Raum einräumen.

    Nichts tun, einfach da sein mit dem, was Sie/Dich gerade bewegt. 

    Jeden Mittag von Montag bis Samstag von 12 bis 12.30 Uhr steht die Kirche offen für Sie/Dich.

    Die Form des Mittaggebets variiert. 

    Bitte derzeit beachten:

    • Mundschutz,
    • am Eingang die Hände desinfizieren
    • auf markierten Plätzen Platz nehmen. 

    Weiterhin können Sie/Ihr uns Gebetsanliegen schriftlich in den Gemeindebriefkasten werfen oder uns per Mail zusenden: pastor.simon@stmarkushoheluft.de oder a.bloes@kirche-hamburg-ost.de oder diakonin.simon@stmarkushoheluft.de oder musik@stmarkushoheluft.de. Die Anonymität bleibt gewahrt.

  • Dienstag, 26. Mai 2020

    Gott ist mein Licht und mein Heil. Vor wem sollte ich mich fürchten?
    So provokant fragt der Wochenpsalm.
    Wenn ich mich also fürchte, ist Gott nicht mein Licht und mein Heil?
    Oder heißt es eher, dass es die gottlosen Dinge sind,
    vor denen ich mich fürchten sollte?
    Aber was sind gottlose Dinge?
    Wenn doch alle Menschen Gottes Geschöpfe sind?
    So viele Fragen bleiben offen ...

    Die Gebetszeiten in St. Markus
    waren in den ersten Coronawochen für uns Mitarbeitende ein Halt.
    Nicht nur eine Unterbrechung im Arbeitstag,
    der aus vielen Unsicherheiten und Fragezeichen bestand.
    Auch ein Halt durch den Kontakt mit biblischen Texten.
    In den Wochentexten und im Gebet am Altar
    kam uns Gott merkbarer entgegen als oft im vollen Alltag
    zwischen vielen Begegnungen mit vielen Menschen.

    Inzwischen haben wir die Türen bei Gebet wieder offen
    und laden herzlich dazu ein, die reale Gebetserfahrung zu teilen
    und selber diese halbe Stunde zu nutzen,
    um bei sich und vor Gott anzukommen.

    Getragen vom Kirchraum,
    von einem durch die Hauptamtlichen gesetzten Anfang und Ende eröffnet sich ein strukturierter Freiraum für eigene Herzensöffnung.
    Oder Gedankenfreiheit.
    Oder sich-berühren-lassen.
    Oder innere Stille.
    Oder wie auch immer.

    Daher folgen an dieser Stelle
    nicht mehr unsere Gedanken aus der Gebetszeit,
    sondern hoffentlich Ihre eigenen,
    weil Sie sich Raum für sich nehmen und einnehmen.
    Natürlich mit Mundschutz, desinfiziert und mit Abstand –
    aber das sind Äußerlichkeiten.

    Herzlich Willkommen im Mittagsgebet

    Sabine Simon

     

    Montag, 25. Mai 2020

    „Gott, höre meine Stimme, wenn ich rufe; sei mir gnädig und erhöre mich!“ Psalm 27,7

    Seit vielen Wochen gestalten wir das Mittagsgebet in der Kirche. Wir singen und beten – mal klagend, mal dankend, mal lobend – aber immer allein. Seit einer Woche ist das Mittagsgebet für andere Menschen geöffnet. Nicht mehr allein, sondern zusammen, in Gemeinschaft rufen wir Gott an. Besonders eindrücklich bleibt mir dabei, dass meine Stimme nicht die einzige ist, die Gott anruft: In der Kirche wird mitgesummt, das Vaterunser mitgesprochen und in der Stille vernehme ich hin und wieder ein Rascheln oder Räuspern. Es tut gut, nicht allein zu sein, sondern mit anderen Menschen zusammen Zeit mit Gott zu verbringen.

    Und so fühle ich mich geborgen in der Gemeinschaft und in der Gewissheit, dass Gott meine und alle anderen Gebete erhört.

    Volker Simon

     

    Samstag, 23. Mai 2020

    Lukas 11, 8 – 13:
    8 Ich sage euch:
    Wenn einer schon nicht aufsteht und dem anderen etwas gibt,
    weil er sein Freund ist, so wird er doch
    wegen seines unverschämten Drängens
    aufstehen und ihm geben, so viel er bedarf.
    9 Und ich sage euch auch: Bittet, so wird euch gegeben;
    suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan.
    10 Denn wer da bittet, der empfängt; und wer da sucht, der findet;
    und wer da anklopft, dem wird aufgetan.
    11 Wo bittet unter euch ein Sohn den Vater um einen Fisch,
    und der gibt ihm statt des Fisches eine Schlange?
    12 Oder gibt ihm, wenn er um ein Ei bittet, einen Skorpion?
    13 Wenn nun ihr, die ihr böse seid,
    euren Kindern gute Gaben zu geben wisst,
    wie viel mehr wird der Vater im Himmel
    den Heiligen Geist geben denen, die ihn bitten!

    Vielleicht haben wir das immer noch nicht verstanden.
    Wir bitten zu wenig.
    Weil wir zu wenig wissen, um was wir bitten wollen würden.
    Wann bitten wir schon um den Heiligen Geist?
    Wann bitten wir: Nicht mein, sondern dein Wille geschehe?
    Und meinen nicht, dass ein Virus Gottes Wille ist,
    sondern dass wir uns in unserem Tun und Umgang mit dem, was ist,
    leiten lassen wollen von Gottes Geist.

    Wann bitten wir um das Absehen können von dem,
    was wir schön fänden, was uns guttun würde?
    Wann bitten wir darum, dass wir Gottes Augen werden in der Welt,
    die am menschengemachten Elend nicht vorbeisehen?
    Wann bitten wir darum, dass wir Gottes Ohren werden in der Welt,
    die alle Hilferufe hören, auch die lautlosen, auch die weit weg?
    Wann bitten wir darum, Gottes Hände zu werden in der Welt,
    die tun, was not-wendig ist um das Leiden verringern,
    um die Angst in der Welt kleiner zu machen?
    Wann bitten wir darum, unsere Kraft in diesen Dienst zu stellen?

    Erbarme dich unser, Gott,
    dass wir begreifen, dass wir nur so Anschluss finden
    an die Quelle des Lebens, den Grund unserer Hoffnung.
    Nicht mein, sondern dein Wille geschehe.Amen

    Sabine Simon

     

    Dienstag, 19. Mai 2020

    Heute keine eigenen Worte, sondern Worte aus dem Buch Daniel,
    aus dem 9. Kapitel, mit denen Daniel Gott um Vergebung und Gnade bittet für alles, was wir Menschen wider besseres Wissen kaputt machen.
    Die Übersetzung ist aus der Bibel in gerechter Sprache …

    Ich betete zu Gott, meiner Gottheit,

    vertraute mich ihr ganz an und sagte:
    Ach, meine höchste Autorität, große, Ehrfurcht gebietende Gottheit,
    die Bund und Verbindung mit denen hält,
    die sie lieben und ihre Weisungen wahren!
    Wir haben gesündigt und Unrecht getan,
    gottwidrig gelebt, uns verweigert
    und deine Weisungen und Rechtssatzungen verlassen.

    Meine höchste Autorität, entferne doch,
    wie es zu all deinem Zurechtbringen passt,
    deinen Zorn und Grimm von deiner Stadt Jerusalem,
    dem Berg deines Heiligtums!
    Wegen unserer Sünden und des Unrechttuns unserer Eltern
    wurden Jerusalem und dein Volk für das ganze Umland zum Hohn.

    Jetzt, unsere Gottheit, höre
    auf das Gebet deiner Sklavin und auf ihre Bitten:
    Lass deine Miene über dein verwüstetes Heiligtum aufleuchten –
    um deinetwillen, meine höchste Autorität!
    Neige dein Ohr, meine Gottheit, und höre!
    Öffne deine Augen und sieh:
    Wie verwüstet sind wir
    und die Stadt, über die dein Name ausgerufen ist!

    Ja, nicht weil wir auf unser Zurechtbringen verweisen könnten,
    legen wir unsere Bitten vor dir nieder,
    sondern wegen deiner großen Mutterliebe!

    Meine höchste Autorität, höre!
    Meine höchste Autorität, vergib!
    Meine höchste Autorität, vernimm und handle!
    Zögere nicht – um deinetwillen, meine Gottheit,
    denn dein Name
    wurde über deine Stadt und über dein Volk ausgerufen!

    Sabine Simon

     

    Samstag, 16.5.2020

    Ein gläsernes Meer, vermengt mit Feuer.
    Gottes Harfen singen das Lied des Lammes.
    Gottes Wege gerecht und wahrhaftig.
    Gott allein heilig.
    Gott – offenbar geworden.

    Die Offenbarung des Sehers Johannes benutzt eindrückliche Bilder,
    die wir in ihrer vollen Bedeutung kaum erfassen.
    Er spricht vom Ende der Welt, die wir kennen.
    Und vom Anbruch der Welt, wie Gott sie sich wünscht.

    Vom Ende der uns bekannten Welt sprechen jetzt auch manche.
    Aber was wird die neue Normalität ausmachen?
    Werden wir mitfühlender, aufmerksamer, freundlicher
    gegenüber unseren Mitmenschen?
    Nehmen wir auch Unbequemlichkeiten in Kauf,
    um Menschenleben woanders auf der Welt zu retten?
    Bleiben wir in der täglichen Fürbitte -
    und worum bitten wir?

    Ich kann nicht darum bitten, dass niemand stirbt.
    Wohl aber darum, dass niemand allein sterben muss.
    Wohl aber darum, dass wir die Gründe, weshalb jemand stirbt,
    nicht länger durch unser Verhalten herbeiführen.
    Lass uns mitfühlend werden, Gott, endlich.
    Lass das die neue Normalität ausmachen.
    Amen

    Sabine Simon

     

    Mittwoch, 13. Mai 2020

    Und der böse Geist wich von Saul, wenn David die Harfe spielte.
    Das wäre schön.
    Wenn jemand so etwas tun könnte,
    das den bösen Geist von uns nimmt.
    Die vielen bösen Geister.
    Die viele Angst, zu kurz zu kommen, nicht genug abzukriegen.
    Die viele Angst, nicht anerkannt zu werden,
    nicht geliebt, nicht dazuzugehören.
    Die viele Angst vor den vielen Begrenzungen im Leben,
    davor, irgendetwas nicht mehr in der Hand zu haben.
    Diese unendlich vielen bösen Angstgeister.
    Mit denen wir uns voreinander abschotten.
    Und die wir so wieder und wieder füttern.

    David spielte die Harfe mit seinen Händen, heißt es in der Bibel.
    Und der böse Geist wich von Saul.
    Der böse Geist, der von Gott kam.
    Ja, die Sehnsucht nach geliebt werden, nach dazuzugehören,
    die Sehnsucht in uns nach Fülle und Freiheit,
    ja, die kommt von Gott, das glaube ich.

    Aber sie müsste uns nicht voneinander trennen,
    sie müsste nicht unerfüllt bleiben.
    Wenn wir die gleiche Sehnsucht in den anderen erkennen,
    könnten wir sie uns gegenseitig erfüllen.
    Mit unseren Händen, wie David.
    Mit unseren Worten, mit unserer Musik.
    Mit allem, was uns Gottes Geist schenkt, um einander nah zu kommen.
    Damit der böse Geist weicht.

    Sabine Simon

     

    Dienstag, 12. Mai 2020

    Dankbar bin ich:

    Dankbar für die Möglichkeit, wieder Gottesdienste feiern zu dürfen.

    Dankbar für unser gutes Gesundheitssystem, durch das so viele Menschen gut versorgt sind.

    Dankbar dafür, dass bei uns die Corona-Krise bisher so glimpflich verlaufen ist.

     

    Und gleichzeitig frage ich mich: Ist das gerecht?

    Die, die schon viel haben, behalten viel.

    Die, denen es schon schlecht geht, werden von der Corona-Krise umso härter getroffen.

    Länder, in denen schon so gut wie keine normale Grundversorgung – geschweige denn eine medizinische – vorhanden ist, stehen vor dem Kollaps.

    Und wir machen uns Sorgen, wie viele Menschen, wann in einen Gottesdienst, zum Sport oder zum Essen gehen dürfen?

     

    Wieder ist es der Wochenpsalm, der mir weiterhilft:

    Gott wird den Erdkreis richten mit Gerechtigkeit und die Völker, wie es recht ist. (Psalm 98 Vers 9)

    Es ist nicht meine Aufgabe zu richten. Gott wird mit Gerechtigkeit allen Menschen, das zu Teil werden lassen, was tatsächlich gerecht ist. Diese Gerechtigkeit hat unter Umständen nichts mit meinem Gerechtigkeitsgefühl zu tun. Wer Kinder hat, weiß um den Unterschied von unterschiedlichen Gerechtigkeiten – je nachdem ob die Kinder oder die Eltern gefragt werden.

    Meine Aufgabe ist es, am jeweiligen Ort das zu tun, was mir auferlegt ist. Und dabei gleichzeitig andere Menschen, denen es nicht gut geht, im Blick zu behalten.

    Und so will ich meinen Blick wach halten für das, was vor Ort zu tun ist, ohne dabei die Nöte derjenigen zu vergessen, die so leicht an den Rand unseres Bewusstseins rücken.

    Volker Simon

     

    Montag, 11. Mai 2020

    Wie wunderschön. Frische Blumen auf dem Altar. Gehen ins Herz. Danke. So empfänglich für wenig.

    Anja Blös

    Freitag, 8. Mai 2020

    Ein durchlaufendes "Kyrie eleison". Im Gedenken an 75 Jahre Kriegsende. Bitte um Erbarmen. Beten für die, die menschlichem Grauen erlagen. Beten für die, die an Hunger und Kälte starben. Beten für die, deren Leid niemand sehen wollte. Beten für die, die alles verloren und zu spät aufwachten. Beten für all die, die Menschlichkeit bewahrten. Beten für die, die in den letzten Kriegstagen noch Schreckliches erlebten. Beten für die, die um Kinder oder Eltern, Familie trauern. Beten für die, die mit Albträumen fortan lebten. Beten für die, die Schuld empfanden und Umkehr lebten. Beten für all die, die bereit waren für den Frieden. Beten für die, die den Anfängen wehren. Beten für die, die aus der Erinnerung, auf Zukunft bauen. Beten für jeden Tag, den wir hier in Frieden leben dürfen. Kyrie eleison. Wann werden wir je verstehen?

    Anja Blös

     

    Donnerstag, 7. Mai 2020

    Ruhe!

    Für mich eine seltene Sache dieser Tage. Am Sonntag feiern wir den ersten Gottesdienst seit langem und vieles muss vorbereitet und bedacht werden. Wie soll ich da zur Ruhe kommen?

    In der Ruhe liegt die Kraft!

    So meint es ein altbekanntes Sprichwort. Und tatsächlich ich erlebe es im Mittagsgebet. Komme in der Stille vor Gott zur Ruhe und werde erfüllt mit neuer Kraft.

    „Meine Hoffnung, meine Freude, meine Stärke, mein Licht, Christus meine Zuversicht: auf dich vertrau ich und fürcht mich nicht!“

    Beim Singen des Liedes aus Taizé wird das Besungene ebenfalls Wirklichkeit: Hoffnung, Freude, Stärke, Licht und Zuversicht machen sich breit.

    Und so freue ich mich auf den kommenden Sonntag, an dem wir wieder gemeinsam Gottesdienst feiern. Dort werden wir zusammen Gott begegnen und ebenfalls Hoffnung, Freude, Stärke, Licht und Zuversicht empfangen. Dessen bin ich mir gewiss.

    Volker Simon

     

    Mittwoch, 6. Mai 2020

    Heute tröstet mich kein Bibeltext.

    Habe mit der Freundin telefoniert,
    die bereits mehrmals in Griechenland
    in einem der Flüchtlingslager gearbeitet hat.
    Habe ihre Berichte in den letzten Wochen nicht mehr im Ohr gehabt. Jetzt schon.
    Wir sind zu so vielem in der Lage,
    wenn das Leiden sonst vor unserer Tür droht.
    Wenn es Menschen zu betreffen droht, die wir kennen und mögen.

    Das vielfache Leid, derer,
    die unverschuldet Opfer unserer dauernden Lebensweise werden,
    lässt uns kalt,
    dafür verzichten wir auf nichts
    und machen es uns auch nicht ein bisschen unbequem.

    Vielleicht sind Menschen so.
    Wir können ja auch nicht das Leid der ganzen Welt tragen.

    Vielleicht nicht.

    Aber natürlich könnten wir
    unseren Bequemlichkeiten etwas weniger Raum geben,
    wenn dafür Menschen an anderen Enden der Welt
    weniger leiden und vor der Zeit sterben müssten …

    … tun wir aber nicht.
    Tu ich aber nicht.
    Ich finde mich selber manchmal schwer zu ertragen.
    Heute ist so ein Tag.

    Gott, erbarme dich aller Leidenden
    und derer, die sie nicht in den Blick nehmen.
    Erbarme dich meiner.

    Amen

    Sabine Simon

     

    Montag, 4. Mai 2020

    Heute ist der Tag mit weiteren Lockerungen in unserem Alltag. Schulen und Friseure öffnen wieder. Und auch in Kirchen können wohl am nächsten Sonntag wieder Gottesdienste gefeiert werden.

    Eigentlich ein Grund zum Jubel, so wie der Sonntag Jubilate das anstimmt. Und doch – irgendwie fällt es mir schwer, zu jubeln. Ich bin hin und her gerissen. Dankbar über Lockerungen und gleichzeitig in Sorge, ob wir nicht alles nur schlimmer machen.

    Trotzdem will ich dem Ruf des Sonntages Jubilate mit dem Wochenpsalm (Psalm 66) folgen:

    Jauchzet Gott, alle Lande!

    Lobsinget zur Ehre seines Namens;

    rühmet ihn herrlich!

    Sprecht zu Gott: Wie wunderbar sind deine Werke!

    Und es macht sich ein „Trotzdem!“ in mir stark:

    Loben, trotz der Unsicherheit!

    Loben, trotz der Sorge!

    Es ist ein Loben, das um die Schwere der aktuellen Situation weiß, ein Loben, das nicht mit rosarot gefärbter Brille erklingt. Aber gerade dadurch gewinnt es an Gewicht.

    So möchte ich mit der Gewissheit durch die Tage gehen, dass Gott mich trägt und meinen Fuß nicht gleiten lässt – eben trotzdem!

    Volker Simon

     

    Sonntag, 3. Mai 2020

    Eigentlich Konfirmationen.

    Der Predigttext aus dem ersten Brief an die Gemeinde in Korinth.

    Merkwürdig, wie in diesen Zeiten
    alle möglichen biblischen Texte ungeheuer aktuell klingen.

    Paulus schreibt den Korinthern:
    Unsere Bedrängnis, die zeitlich und leicht ist,
    schafft uns eine ewige Herrlichkeit;
    uns, die wir nicht sehen auf das Sichtbare,
    sondern auf das Unsichtbare.
    Denn was sichtbar ist, das ist zeitlich.
    Was aber unsichtbar ist, das ist ewig.

    Wie wir Menschen es offensichtlich brauchen,
    im Leiden einen Sinn zu sehen,
    eine Notwendigkeit
    auf dem Weg zur großen ewigen Freude und Herrlichkeit.

    Die Welt, wie sie ist, ist kein Ponyhof. War sie nie.
    Als sich in der Evolution die Zweibeiner begannen,
    philosophische Fragen zu stellen nach dem Woher und Wohin,
    nach Sinn und der Definition von Gut und Böse,
    da war die Welt genauso voller Gefahren und Krankheiten,
    voller Schmerzen und Sterben wie heute.

    Aber: alles das ist nicht
    die „notwendige Vorstufe“ von ewiger Glückseligkeit.

    Aber: alles das ist eben auch nicht alles.

    Es „gibt“ nicht nur das Sichtbare.
    Was uns jeweils persönlich bewegt und berührt,
    unsere ureigenen Antworten
    auf die Frage nach Sinn und Gut und Böse,
    unsere Maßstäbe und Motivationen,
    Gefühle wie Scham und Schuld ebenso wie Glück und Freude,
    alles das ist nicht „sichtbar“, aber eben auch nicht „endlich“.
    Nicht abhängig von Zellerneuerung und Sauerstofftransport.

    Denn ich liebe auch meine Toten
    und die Erinnerung an Glück macht mich immer noch glücklich.

    Und: Diese Überzeugungen, dass das so ist,
    habe ich aus einem langen und immer wieder neu aufgenommenen „Gespräch“ mit „Gott“, indem ich immer wieder neu biblische Texte lese und versuche, in der Stimme darin mein Gegenüber zu ent-decken.

    Konfirmare= bestärken im Glauben,
    also: Wachsen im Vertrauen auf das große Dahinter,
    auf das Unsichtbare als das für mich Wichtigere,
    wächst für mich aus dem Gespräch mit der Bibel.
    Und mit anderen. Beides unabdingbar.

    Möge unser aller Vertrauen in das Unsichtbare, Tragende wachsen.

    Sabine Simon

     

    Samstag, 2. Mai 2020

    Paulus in Athen auf dem Areopag. Wieder neu gelesen in der Apostelgeschichte 17. Paulus sieht, was da ist. Verknüpft es mit seiner Gottesvorstellung, dem Schöpfer von Himmel und Erde. Und die Auferstehung Jesu ist wie das Angebot Gottes, göttliches Handeln auf Erden plausibel zu machen. Das überzeugt einige, andere nicht.

    So ist das mit Angeboten des Denkens und Handels, mit Maßnahmen und Ideen. Es ist ein Angebot, sich damit zu beschäftigen oder sich davon ergreifen zu lassen. Diese Offenheit im Miteinander und die Freiheit allen geistlichen Lebens gefällt mir als Idee gegen jegliche Engstirnigkeit.

    Einige ließen sich von der guten Botschaft anstecken, darunter auch Dionysos. Und auch eine Frau namens Damaris. In der griechisch-orthodoxen Kirche wird Damaris als Heilige verehrt, las ich nun. Eine Frau, die ich bisher noch gar nicht wahrgenommen habe. Was man alles nicht wahrnimmt...und plötzlich drüber stolpert und neugierig weiter fragt... Ich bete für bleibende Neugier und entzünde noch eine Kerze für die Geburtstagskinder dieses Tages.

    Anja Blös

     

    Freitag, 1. Mai 2020

    "Tag der Arbeit" - heute keine Mittagsandacht. Warum? Der 1. Mai ist neben dem 3. Oktober und Neujahr, 1. Januar, einer der drei freien nicht-kirchlichen Feiertage. Heute also mal Pause in der Kirche :0) In Solidarität verbunden mit allen, die im Home-Office arbeiten, die in systemrelevanten Berufen alles am Laufen halten, die in Kurzarbeit der Dinge harren, die Angst um ihre berufliche Existenz haben, die ihre Arbeit lieben, die sich für menschliche und gesunde Arbeitsbedingungen einsetzen hier und entlang der Lieferketten weltweit.

    Anja Blös

     

    Mittwoch, 29. April 2020

    Kommt her und sehet an die Werke Gottes,
    der so wunderbar ist in seinem Tun an den Menschenkindern.
    Er verwandelte das Meer in trockenes Land.
    Sie gingen zu Fuß durch den Strom,
    dort wollen wir uns seiner freuen.      Psalm 66, 5 + 6

    Selten hat mich ein Psalmwort so berührt.
    Nein, wir können Gott nicht in der Natur erkennen,
    so wunderbar uns ihr Kreislauf und ihre Schönheit erscheinen mögen.
    Wir erkennen Gott an dem, was uns Menschenkindern geschieht.
    Mitten im Strom, mitten im reißenden Fluss,
    in dem wir eigentlich ertrinken müssten,
    mitten in den Lebensumständen, in die wir geworfen werden,
    mitten in allem Schlimmen und Angstvollen, das uns geschieht,
    mitten im Strom verwandelt Gott das Meer in trockenes Land.
    Und wir können hindurchgehen.

    Das Bild kommt aus der Urgeschichte der Bibel,
    das Volk Israel auf der Flucht vor den Unterdrückern,
    auf dem Weg ins gelobte Land,
    das rote Meer und Gott, die Wasser zur Seite schiebend,
    so dass das Gottesvolk hindurchgehen kann.

    Nicht die Auserwählten gegen die Gottverlassenen,
    sondern die,
    die in ihren Ängsten, in ihrem Leiden nicht das Ende sehen,
    die noch etwas anderes erwarten,
    gegen die, die nur sehen, was ist.

    Mitten im Strom, mitten in der Angst und dem Leiden
    wollen wir uns an Gott freuen, weil wir uns als getragen erkennen,
    weil wir erkennen, wie wunderbar Gott an uns tun will.
    Gott verwandelt das Meer in trockenes Land.
    Wir gehen zu Fuß durch den Strom.
    Dort wollen wir uns an Gott freuen.
    Amen.

    Sabine Simon

     

    Dienstag, 28. April 2020

    "Eine Weile werdet Ihr mich nicht sehen und dann werdet Ihr mich wieder sehen." Eine Weile nicht sehen und dann wieder sehen. Jesus spricht rätselhaft. Und die Menschen fragen sich, was meint er mit "einer Weile nicht sehen". Und wann ist die Weile zuende. Und was wird sein zwischendurch. Jesus sagt, ja Ihr werdet traurig sein über vieles. Aber aus der Traurigkeit wird Freude wachsen. 

    Ja, wie lange dauert eine Weile. Und was wird dann sein? fragen sich viele Menschen in diesen Zeiten. Der Blick auf die Freude, erfreut mich heute und ich singe "Jubilate deo".

    Anja Blös

     

    Montag, 27. April 2020

    Verleih uns Frieden gnädiglich, Herr Gott, zu unsern Zeiten. Es ist doch ja kein ander nicht, der für uns könnte streiten. 

    Denn du unser Gott, alleine.

    Auch dieser Tag ist belastet mit Unfrieden. Die vorhandenen Konflikte treten in der Krise deutlicher hervor. Wie soll es weiter gehen? Woher sollen belastete Familien die Kraft nehmen, weiter zu machen? Sind die Lockerungen zu früh? Wie lange wird unsere Wirtschaft das überleben? WIrd es dieses Jahr überhaupt noch genug regnen, dass die Landwirte nicht erneut in Existenzkrise geraten? Wer kümmert sich noch um die Flüchtlinge in Griechenland? Wie entwickelt sich die Lage in Nordsyrien? 

    Herr, schenke uns einen neuen Anfang und gib der Welt deinen Frieden. Ohne dich können wir nichts tun. Herr, erhöre uns. 

    Verleih uns Frieden gnädiglich. Du bist unser Friede. 

    Dieser Tag steht in deinen Händen.

    Elisabeth Lehmann

     

    Sonntag, 26. April 2020

    Unter normalen Umständen wäre heute die erste von drei Konfirmationen gewesen. Unter normalen Umständen wäre der Kirchplatz spätestens ab 9.30 Uhr belebt und die Kirche voller fröhlicher Familien. Unter normalen Umständen würden wir mit aufgeregten Konfirmandinnen und Konfirmanden in die volle Kirche einziehen und sie würden ihr „Ja“ zum christlichen Glauben bestätigen.

    Unter normalen Umständen…

    Aber heute ist alles anders: Der Kirchplatz wie leergefegt, die Kirche leer, keine fröhlichen Familien und aufgeregten Konfirmandinnen und Konfirmanden.

    Wir leben eben nicht unter normalen Umständen.

    Und doch gibt es feste Konstanten: Ich feiere Gottesdienst, singe die Klassiker („Lobet den Herren, den mächtigen König der Ehren“, Evangelisches Gesangbuch Nr. 316 und „Großer Gott wir loben dich“, Evangelisches Gesangbuch Nr. 331), bete den Wochenpsalm (Psalm 23), lese die Lesungen für diesen Sonntag (1. Petrus 2, 21b-25 und Johannes 10,11-30), spreche das Glaubensbekenntnis, die Fürbitten, das Vaterunser und den Segen.

    Die Texte des Sonntages erzählen davon, dass Gott unser Hirte ist, der für seine Schafe sorgt. Im Singen, Beten und Sprechen erlebe ich das. Egal welche Umstände gerade herrschen, eines bleibt fest stehen: Gott ist bei uns, ist unser Fels unser Hirte.

    Volker Simon

     

    Samstag, 25. April 2020

    Heute trage ich Astrid Lindgren mit hinein in die Kirche. Ich lese gerade ihr Tagebuch. Von 1939 bis 1945 hat sie aufgeschrieben, was sie bewegt. Sie sieht auf die Dynamik des 2. Weltkrieges in der jeweiligen Gegenwart. Dankt Gott, in Schweden verschont zu sein und es noch gut zu haben. Und sie schaut auf die Toten und das Elend und die Schuld, die sich weltweit verbreitet. Und stimmt unermüdlich das große Gebet um Frieden an. Sie weiß nicht, wann der Krieg endet. Niemand weiß es.

    Die Gedanken von Astrid Lindgren beschäftigen mich. Heute bete ich für Menschen weltweit, die das Haus nicht verlassen können, weil Milizen und Bombenhagel lauern. Die als Flüchtlinge nicht um ihre Zukunft wissen und hoffen oder verzweifeln.

    Und ich danke Gott nun für all das, was uns hier noch möglich ist. Wir haben Essen, Strom und Klopapier, Internet und Hilfen und können mit Vorsicht nach draußen. Ich bete für uns alle, die wir in Corona-Zeiten miteinander ins Ungewisse leben. Möge in der Krise Frieden sein und bleiben.

    Anja Blös

     

    Freitag, 24. April 2020

    Zuversicht!

    Dieses Wort begleitet mich heute schon den ganzen Tag.

    Meine anfängliche Zuversicht in Anbetracht der langsamen Lockerung vieler einschränkender Maßnahmen wandelt sich langsam in Sorge.

    Kommt das Virus nicht zu schnell wieder?

    Was ist, wenn wir Gottesdienste feiern könnten?

    Ist ein Gottesdienst mit Mundschutz, Abstand und vielleicht sogar ohne Singen überhaupt ein Gottesdienst, wie ich ihn feiern möchte?

    Erneut singe ich die alten Worte von Georg Neumark: „Wer nur den lieben Gott lässt walten“ (Evangelisches Gesangbuch Nr. 369). Erneut berühren sie mich. Besonders die letzte Zeile:

    „Denn welcher seine Zuversicht / auf Gott setzt, den verlässt er nicht.“

    So will ich meine Zuversicht auf Gott setzen. Hoffen, dass er uns die Vernunft gibt, weiterhin Abstand zu halten. Und gleichzeitig zuversichtlich sein, dass wir als christliche Gemeinschaft eng verbunden sind, auch wenn wir uns nicht nah kommen können.

    Volker Simon

     

    Donnerstag, 23. April 2020

    Weide meine Schafe.
    Sagt Jesus zu Simon Petrus,
    nachdem dieser immer wieder versichert, Jesus zu lieben.
    Weide meine Schafe und folge mir nach.

    So viel Angst erreicht mich in diesen Tagen.
    Angst um kranke Angehörige.
    Angst wegen fehlender Einkünfte.
    Angst vor bleibendem gegenseitigem Misstrauen in der Gesellschaft.
    Angst, selber nicht das richtige zu tun.
    Angst, am Ende allein zu bleiben.
    Angst, aus dem eigenen inneren Dunkel nicht mehr hinaus zu finden.
    Angst, bis zum eigenen Ende den Sinn nicht gefunden zu haben.

    Wenn du mich liebst, weide meine Schafe.

    Das bedeutet nicht,
    dass du glücklich lebst bis an dein glückliches Ende.
    Wenn du alt bist, wird jemand anders dich hinführen,
    wohin du nicht willst.
    Aber dennoch ist es das, was es bedeutet,
    Jesus zu lieben, Gott zu lieben:
    Weide meine Schafe.

    Hilf mir, hilf uns zu erkennen,
    was die anderen um uns herum brauchen.
    Was sie wirklich brauchen.
    Und es zu verschenken.
    Hilf uns, uns gegenseitig zum Hirten, zur Hirtin zu werden.
    Amen

    Sabine Simon

     

    Mittwoch, 22. April 2020

    Diese Auszeit am Mittag lässt mir Zeit, die biblischen Texte auf der Zunge zergehen zu lassen, sie auszuprobieren, mich hineinzuversetzen, sie zu wiederholen, sie hinauszurufen oder in mich hinein zubeten. Jesus fragt Simon Petrus (Johannes 21,15-17) : "Liebst Du mich?" Jesus fragt dreimal hintereinander. Und Simon Petrus antwortet "Ja". Dreimal "ja". Beim dritten Mal klingt seine Antwort verwundert ärgerlich. Warum immer dieselbe Frage, glaubt Jesus nicht, dass ich es ernst meine.

    In der Wiederholung setzt es sich fest. In der Wiederholung geht es tiefer. Wann kommt an, was es heißt zu lieben und geliebt zu werden. Und in welchen Momenten erinnern wir das "Ja"? Die Liebe ist der Grund, nicht ins Bodenlose zu fallen. "Folge mir nach" sagt Jesus. Petrus wird es versuchen. Ihm ist viel zugetraut. Doch die Liebe des Menschen zu sich und Anderen und zu Gott ist brüchig, sie kennt Zweifel und Angst. Wie umfassend österlich Gottes "Ja" da wirkt. Petrus wird das noch am eigenen Leib spüren. Aber das ist eine andere Geschichte. 

    Was spüren wir am eigenen Leibe. Ich wiederhole hier an diesem Mittag in der Kirche mit Stimme und Gebärden: "Meine Hoffnung und meine Freude, meine Stärke mein Licht. Christus meine Zuversicht, auf dich vertraue ich und fürcht mich nicht". 

    Anja Blös

     

    Dienstag, 21. April 2020

    "Christ ist erstanden, von der Marter alle" mit der Orgel laut getönt, wie es sich in der Osterzeit gehört. 

    Die Texte des vergangenen Sonntags gelesen und da sind mir sehr interessante Typen begegnet: 

    Der ungläubige Thomas, der nicht glauben will, was ihm die 10 anderen Jünger und etliche Frauen (wieviele ist ja leider nicht überliefert, aber mindestens 3) berichten. Nein, Jesus selbst muss ihn überzeugen und sich sogar anfassen lassen... "Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!"

    Der impulsive Petrus: Als der auferstandene Jesus am Seeufer auftaucht, muss er es wieder in seiner Hingabe übertreiben, schmeißt sich in den See und schwimmt ans Ufer. "Die anderen Jünger aber kamen in dem Boot". Und so einer Hitzkopf ist der Fels, auf den Jesus baut??? 

    Und dann noch der Erzvater Jakob, der am Jabbok sich von Gott den Segen erstreitet, körperlich erkämpft: "Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn!" (...) und Gott gibt ihm den neuen Namen Israel mit dem Kommentar: "Du hast mit Gott und mit Menschen gekämpft und gewonnen!". Ganz schön eigensinnig, der Gute! 

    Jeder setzt sich auf seine Weise mit Gott auseinander, im Nicht-Glauben-Können, im Ranschmeißen, im kämpferischen Kräftemessen...aber jeder kriegt eine passende Antwort, die richtige Begegnung, wird in seiner Herangehensweise angenommen und weiter geführt. 

    Wir haben nichts anderes, als unsere ganz individuellen Kräfte, um mit Gott in Kontakt zu gehen und das Leben zu bewältigen.

    Lass uns zu unserer Kraft finden und auf sie vertrauen, denn dazu haben wir sie bekommen.

    Lass uns tätig werden, mit dem was wir beitragen können! 

    Dein Wille geschehe. 

    Elisabeth Lehmann

     

    Montag, 20. April 2020

    Zwischen Hoffnung und Zweifel.

    Hoffnung, dass bald wieder eine einigermaßen lebbare Realität einkehren könnte.

    Zweifel, ob es mit den Lockerungen nicht zu früh ist.

    Im Mittagsgebet singe ich die alten Worte von Georg Neumark: „Wer nur den lieben Gott lässt walten“ (Evangelisches Gesangbuch Nr. 369). Die fast 400 Jahre alten Zeilen berühren mich in diesem Zwiespalt:

    „Was helfen uns die schweren Sorgen,

    was hilft uns unser Weh und Ach?

    Was hilft es, dass wir alle Morgen

    beseufzen unser Ungemach?

    Wir machen unser Kreuz und Leid

    nur größer durch die Traurigkeit.“

    So will ich an der Hoffnung festhalten. Hoffnung auf kommende Begegnungen in spürbarer Nähe, Hoffnung auf gemeinsame in der Kirche gefeierte Gottesdienste, Hoffnung auf ein Stück mehr zurück in die neue alte Wirklichkeit. Auch wenn ich mir bewusst bin, dass das Eis, auf dem wir uns zur Zeit bewegen sehr dünn ist.

    „Sing, bet und geh auf Gottes Wegen,

    verricht das Deine nur getreu

    und trau des Himmels reichem Segen,

    so wird er bei dir werden neu.

    Denn welcher seine Zuversicht

    auf Gott setzt, den verlässt er nicht.“

    Volker Simon

     

    Sonntag, 19. April 2020

    Quasimodogeniti - ein lustiger Name auf den ersten Blick. Der Name des Sonntags nach Ostern. "Wie neugeborene Kinder" übersetzt. Sich frisch geboren fühlen. Sich in die Arme Gottes fallen lassen und aufstehen üben und das Leben kosten.

    "Selig sind, die nicht sehen, sondern glauben", sagt Jesus zu Thomas, der es genauer wissen will. Thomas möchte selbst begreifen, was geschieht. Auferstehung. Gottes neue Welt durchbricht die alte Begrenzung. Thomas zweifelt daran und er möchte es glauben. Das kommt mir bekannt vor.

    Vertrauen auf das, was jede menschliche Erfahrung übersteigt. Das ist wie ein Wunder. 

    Anja Blös

     

    Samstag, 18. April 2020 

    wie soll das weitergehen? 

    Das Bedürfnis nach einer konkreten, zumindest mittelfristigen Perspektive für weitere Maßnahmen ist allenthalben spürbar. 

    Wie geht es hier mit unseren Gottesdiensten, Veranstaltungen und Gruppen weiter? In was soll man seine Arbeitskraft und Ressourcen sinnvoll investieren? Wo liegt die Verantwortung? Soll ich mir intensiv neue Formen suchen oder lieber die Kräfte sparen für eine lange Zeit des Durchhaltens? Tu ich zu wenig? Oder das Falsche? 

    All das habe ich mitgenommen in das Gebet...und Antwort bekommen: 

    Der Psalm für morgen, dem Sonntag "Quasimodogeniti" lag aufgeschlagen auf dem Altar. Psalm 116. Er ist in der Kirchenmusik bedeutsam:

    Im Jahr 1623 veröffentlichte der sächsische Hofbeamte Burkhard Großmann, dem im Jahr 1616 ein Unglück zugestoßen war, das er auf wunderbare Weise unversehrt überlebt hatte, unter dem Titel "Angst der Hellen und Friede der Seelen" 16 Vertonungen des 116 Psalms, die er bei 16 Komponisten in Auftrag gegeben hatte (u. a. Schütz, Schein, Demantius, Franck, Prätorius). 

    Eine dieser Vertonungen könnte die Kantorei durch diese Zeit begleiten, es sind wunderbare Musikstücke. 

    Danke für meine Arbeitsstelle, danke für jedes kleine Glück, danke für alles Frohe, Helle und für die Musik

    Wie oft kommt mir dieser Schlager zu den Ohren raus, weil so abgedroschen. Heute erstmals wieder "freiwillig" gesungen, seit Kindertagen. 

    Segne uns, o Herr, lass leuchten dein Angesicht, über uns und sei uns gnädig ewiglich. 

    Elisabeth Lehmann

     

    Freitag, 17. April 2020

    Quasimodogeniti – Tag der unschuldigen Kinder. Das ist der Name des kommenden Sonntages. An diesem Tag wurden früher traditionell die Kinder getauft.

    Für mich ist es tröstlich, mich an meine Taufe zu erinnern. Ich habe zwar nur ein paar verblasste Bilder davon. Aber das Wichtigste für mich an meiner Taufe ist, dass Gott mir damals sein unumstößliches Ja zugesprochen hat. Mit der Taufe sagt Gott zu jedem und jeder von uns: Du bist mein geliebtes Kind, dein Leben ist wertvoll und sinnvoll.

    Gerade in diesen unsicheren Zeiten ein toller Zuspruch für mich.

    Zünden Sie am Sonntag gerne eine Kerze an, als Erinnerung an Ihre Taufe. Als Erinnerung daran, dass Gott auch zu Ihnen Ja gesagt hat.

    Volker Simon

     

    Donnerstag, 16. April 2020

    Was auch immer er euch sagt, das tut.
    Sagte die Mutter Jesu zu den Bediensteten bei der Hochzeit.
    Und die taten es.

    Wie gern hätte ich manchmal jemanden, der mir sagt,
    was zu tun ist, was zu lassen ist,
    und dem ich darin fraglos und vertrauend folgen mag,
    weil ich sicher bin, dass es immer ein guter Weg ist,
    auf den er oder sie mich führt.

    Aber in der Welt habe ich noch keine solche Stimme gefunden.
    Und die biblische Stimme verstehe ich oft nicht.

    In so viel Leid und Einsamkeit,
    Anstrengung und Leere,
    Überforderung und Sinnlosigkeit
    Worte des Lebens zu finden, die wirklich etwas bedeuten,
    etwas verändern -
    unendlich schwer kommt mir das vor
    bei den vielen Worten der Bibel.

    Was auch immer er euch sagt, das tut.
    Sag mir etwas, Gott.

    Sabine Simon

     

    Mittwoch, 15. April 2020

    Österlich gestimmt. Die Gleichzeitigkeit der Gefühle. Menschen in entschleunigter Gelassenheit. Menschen in existenziellen Ängsten. Menschen in kreativer Suche nach neuer Nähe. Menschen, denen die Decke auf den Kopf fällt. Menschen, die die frische Stadtluft tief einatmen und jedem Sonnenstrahl zujauchzen. Menschen, die ackern rund um die Uhr, damit Regale prall gefüllt sind und die Versorgung von Alten und Kranken sichergestellt ist.  Alles immer gleichzeitig. Hier am Altar spürbar - Gottes Weite. Die Gebete haben eine Richtung. Vertrauen, Gott ist gegenwärtig in allem und durch alles hindurch. Österlich gestimmt. 

    Anja Blös

     

    Dienstag, 14. April 2020

    Und wieder ein Fensterbild im Focus der Fürbitte.

    „Kinder, ihr habt wohl keinen Fisch?“
    fragt der Auferstandene seine alten Freunde, als sie
    – wie ganz am Anfang ihres gemeinsamen Weges –
    nach einer erfolglosen Nacht
    mit leeren Netzen an Land kommen wollen.

    „Nein.“ sagen sie.
    Der Fisch ist ja fort, gestorben, begraben.
    Das, worauf wir hoffen, woran wir hängen, wofür wir beten,
    mit jedem Leid, mit jedem Tod wird es wieder begraben.
    Da ist kein Gott…
    und wenn doch, was für einer …
    all dieses Leid…
    nicht nur jetzt, immer und immer und immer …
    diese vielen Menschen, die mir durch Kopf und Herz gehen,
    dieses viele, lange Leiden, immer unverdient, niemand verdient das,
    diese vielen Tode vor der Zeit, nicht alt und lebenssatt,
    dieses viele Sterben am Leben der anderen ...

    Kinder, ihr habt wohl keinen Fisch?
    Nein. Keinen.
    Nichts mehr in den Händen, nichts mehr in den Herzen.
    Alle Fülle vergessen.
    So schnell vergessen.

    Werft das Netz auf der anderen Seite aus,
    auf der rechten, der richtigen Seite.
    Werft euer Netz nicht dahin, wo nur Leere ist und Schmerz.
    Werft euer Netz dahin, wo die Fülle ist.
    All die Liebe, die sichtbar wird
    in jedem Schmerz am Leiden der anderen,
    in jeder Hand, die sich ausstreckt,
    in jedem Gebet, das dennoch gesprochen wird.

    Gott ist und bleibt.
    Liebe ist und bleibt.
    Werft euer Netz an der richtigen Seite aus.
    Gott, zeig uns die richtige Seite.

    Sabine Simon

     

    Ostersonntag, 12. April 2020

    Die frohe Botschaft von Ostern wird im wahrsten Sinne des Wortes vor der Kirchentür hinausposaunt. "Christ ist erstanden. Halleluja!" Menschen - Kleine und Große - treten auf die Balkone oder öffnen die Fenster, einige versammeln sich im gebührenden Abstand auf dem Kirchvorplatz. Sich anrühren lassen von etwas, was höher ist als unser Verstand. Sich verbinden lassen in der Hoffnung auf das Leben, das Gott schenkt - durch alle Zeiten hindurch. Danke an die österlich feierliche Musik, die im Sonnenlicht Herzen berührt.

    Anja Blös

     

    Osternacht, 11. April 2020

    Ein kleines Licht, ganz allein. Das traditionelle Osterlob auf das Osterlicht in leere Bänke gesungen, aber für alle, die heute die Auferstehung feiern. Danach den kahlen, leeren Altar für den Sonntag bereit gemacht.

    Es ist ein kleines, leises Leuchten, was uns anstecken kann. Dass Gott immer noch mehr kann, als wir glauben. 

    Elisabeth Lehmann

     

    Karfreitag, 10. April 2020, 15.00 Uhr, Sterbestunde

    Mitten am Nachmittag eines wunderbaren Sonnentages innehalten und dem Tod Jesu gedenken. 

    Habe den gesamten Abschnitt des Johannes-Evangeliums gelesen, das Bach für seine Passion verwendet hat:

    Johannesevangelium, Kapitel 18 und 19. 

    Die große Bibel auf dem Altar ist auch in dem uralten Lutherdeutsch, das sich in Bachs Werk findet. 

    In Bachs Passion empfinde ich die Grablegung mit dem langen Evangelisten-Rezitativ, das auch stimmlich anspruchsvoll ist, immer etwas lange...jetzt haben mich diese Verse getroffen: Joh. 19, 38-42

    Darnach bat Pilatum Joseph von Arimathia, der ein Jünger Jesu war (doch heimlich, aus Furcht vor den Jüden), daß er möchte abnehmen den Leichnam Jesu. Und Pilatus erlaubete es. Derowegen kam er und nahm den Leichnam Jesu herab.

    Es kam aber auch Nikodemus, der vormals bei der Nacht zu Jesu kommen war, und brachte Myrrhen und Aloen untereinander bei hundert Pfunden.

    Da nahmen sie den Leichnam Jesu, und bunden ihn in leinen Tücher mit Spezereien, wie die Jüden pflegen zu beg raben. Es war aber an der Stätte, da er gekreuziget ward, ein Garte, und im Garten ein neu Grab, in welches niemand je geleget war. Daselbst hin legten sie Jesum, um des Rüsttags willen der Jüden, dieweil das Grab nahe war.

    Nach diesem schrecklichen Ereignis kommen seine Freunde und begraben ihn in aller Umsicht und Hingabe. Wie unvorstellbar schwer muss das gewesen sein! 

    Elisabeth Lehmann

     

    Karfreitag, 10. April 2020

    Keinen Tag soll es geben, da du sagen musst: Niemand ist da, der mir die Hände reicht.

    Karfreitag, allein in der leeren Kirche, der Altar abgeräumt - zu viel Leere für mich; ich hole eine der Sandschalen aus der Sakristei, stelle drei Kerzen, unterschiedlicher Größe hinein und die Schale rechts unten auf dem Boden vor den Altar

    Keinen Tag soll es geben, da du sagen musst: Niemand ist da, der mit mir Wege geht.

    Doch, heute, jetzt und hier ist das so. Ich bin allein hier und weiss mich verbunden; trotzdem ein schweres Stellvertreter-Amt …

    Keinen Tag soll es geben, da du sagen musst: Niemand ist da, der mich mit Kraft erfüllt.

    Kann ein Sterben ein Vollenden sein? Es ist eine mühselige, schwere Arbeit, eine wichtige Aufgabe, die wir im Leben haben.

    Keinen Tag soll es geben, da du sagen musst: Niemand ist da, der mir die Hoffnung stärkt.

    „Es ist vollbracht!“ sagt Jesus am Ende, und damit wird dieses augenscheinlich schreckliche Sterben doch zu einem guten Tod. Alles ist getan und gesagt, geteilt und geordnet, versorgt und versöhnt. Frieden. Jesus ist angekommen.

    © "Keinen Tag soll es geben", Text: Uwe Seidel, tvd-Verlag Düsseldorf


    Andreas Ott

     

    Gründonnerstag, 9. April 2020

    Gemeinschaft leben ohne in Gemeinschaft zu sein. Geht das?

    Gründonnerstag 2020 und auch das Osterfest in diesem Jahr ist anders als sonst. Die normale Gemeinschaft bei Brot und Kelch funktioniert nicht. Wohl aber das Bewusstsein, als Glaubende durch Gott verbunden zu sein. Und ist das nicht einer der wichtigen theologischen Aspekte beim Abendmahl?

    In diesem Jahr wird mir besonders deutlich: Ich bin verbunden mit Gott und damit mit allen Christinnen und Christen weltweit. Wir sind eine Gemeinschaft in Jesus Christus.

    Das füllt mich mit Zuversicht und Hoffnung.

    Volker Simon

     

    Mittwoch, 8. April 2020

    Lass es jetzt zu.
    Sagt Jesus zu Johannes, als der ihn nicht taufen will.
    Weil es doch umgekehrt sein müsste.
    Jesus müsste ihn, Johannes, reinwaschen von aller Schuld, allen Fehlern.
    Johannes kann doch nicht Gott selbst Sünden abwaschen,
    das geht doch nicht, Gott, Jesus ist doch ohne Schuld…

    Lass es jetzt zu, sagt Jesus.
    Vertrau dich mir, vertrau dich Gott so weit an, dass du auch tust,
    was du nicht verstehst.
    Weil du glaubst, dass Gott es so will.
    Weil du akzeptierst, dass Gott dich genauso braucht wie du Gott brauchst.

    Vielleicht ist das das Größte und Schwerste, was uns die Bibel auferlegt:
    Gott gleichzeitig als das Mächtigste wie das Bedürftigste zu glauben.
    Jesus brauchte die Zusage von Johannes,dem brennenden Gottesverkünder,
    um den Weg gehen zu können, der ihn zum Erlöser machen konnte.
    Gott konnte nur sichtbar werden in einem, der einwilligte in diesen Weg.
    Der sich Gottes Willen ganz überlassen konnte,
    weil Johannes das zuerst getan hat. Für ihn.

    Lass es jetzt zu.
    Denn so gebührt es uns, die ganze Gerechtigkeit zu erfüllen.
    Und so sehen wir auf dem untersten Fensterbildim Markus-Fenster,
    wie Johannes einwilligt und Jesus tauft.
    Mögen wir zulassen, was immer Gott mit uns vor hat.
    Damit die ganze Gerechtigkeit erfüllt wird.

    Sabine Simon

     

    Dienstag, 7. April 2020

    Karwoche in Corona-Zeiten. Vieles wäre zu beklagen: einsame Menschen jeden Alters, viele Menschen in finanzieller Not, überforderte Eltern und Kinder im Home-Schooling, medizinische Hilfskräfte im kräftezehrenden Dauereinsatz,…

    Jesus spricht: Ich bin das Licht der Welt, wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis. (Evangelium nach Johannes 8,12)

    Jesus ist durch unglaubliches Leid gegangen. Daran denken Christinnen und Christen seit Jahrhunderten in der Karwoche. Mir hilft der Gedanke, dass in Jesus Gott selbst dieses Leid durchlitten hat. Gott kennt unsere Not, unser Leid, unsere Hilflosigkeit, weil er in Jesu Leiden, das selbst erlebt hat.

    Karwoche in Corona-Zeiten heißt für mich: Gott geht mit uns, stärkt uns und zeigt uns mit seinem Licht den Weg durch unsere Dunkelheit.

    Volker Simon

     

    Montag, 6. April 2020

    "Ubi caritas et amor. Deus ibi est."  Ein Lebenslied immer wieder. Wo Güte und Liebe wohnen, da ist Gott. Und wenn Gott die Liebe ist, ist die Liebe überall. In diesen Zeiten in der Menschlichkeit und den Gesten, in Anerkennung und praktischer Unterstützung. So viel love speech in der Welt. Das beflügelt alles und erleichtert Schwere.

    Gedenken an die schwer Erkrankten, an Verstorbene und die hilflos Trauernden - weltweit. Und alle, die tun, was möglich ist und Kraft dazu brauchen.

    Anja Blös

     

    Samstag, 4. April 2020

    Aus dem Mittagsgebet wurde ein Abendgebet.

    Einfach durchgerutscht im Samstagstrubel, zwischen dem lässigen Start ins Wochenende und Besorgungen. 

    Nachdenken über Zeit, verpasste Gelegenheiten, einem endgültigen "Zu Spät", wo man nichts mehr aufholen kann, nichts mehr ausbügeln kann, VORBEI! 

    Nachdenken über Prioritäten und Verantwortung: Wofür nehme ich mir Zeit und wieviel? Welche Termine sind wirklich wichtig? Welche Parameter bestimmen das? Effektivität, Messbarkeit, Sichtbarkeit? Wer bestimmt das, wer entscheidet? 

    Was zählt?, 

    Was ist sinnvoll? 

    Brahms`Requiem singt in mir: Herr, lehre doch mich, dass ein Ende mit mir haben muss und mein Leben Ziel hat und ich davon muss. 

    In der Bibel geblättert und gefunden: Hütet euch aber, dass eure Herzen nicht beschwert werden mit Fressen und Saufen und mit täglichen Sorgen (Lukas 21, 34a)

    Gesungen: Meine Zeit steht in deinen Händen, nun kann ich ruhig sein in dir. 

    Hast und Eile, Zeitnot und Betrieb
    Nehmen mich gefangen, jagen mich.
    Herr ich rufe: Komm und mach mich frei!
    Führe du mich Schritt für Schritt.

    Es gibt Tage die bleiben ohne Sinn.
    Hilflos seh ich wie die Zeit verrinnt.
    Stunden, Tage, Jahre gehen hin,
    Und ich frag, wo sie geblieben sind.

    Meine Zeit steht in deinen Händen.
    Nun kann ich ruhig sein, ruhig sein in dir.

    Du gibst Geborgenheit, du kannst alles wenden.
    Gib mir ein festes Herz, mach es fest in dir.

    Elisabeth Lehmann

     

    Freitag, 3. April 2020

    "Schweige und höre, neige deines Herzens Ohr, suche den Frieden" . Die Melodie summen. Das Lied kraftvoll singen. Frieden suchen, ja, auf Frieden hoffen. Menschen und Ereignisse ziehen als friedenshoffende Karawane vorbei. Was erwartet uns? Was werden wir finden? Das Lied klingt nun leise im Kirchraum nach. Vogelgezwitscher dringt von außen nach innen.

    Anja Blös

     

    Donnerstag, 2. April 2020

    Dankbar. Dankbar für 10 Jahre Dienst in St. Markus. Vertrauen in eine göttliche Fügung und Führung. Im Rückblick ist sie nicht zu leugnen. Gerade in dieser Zeit möchte ich mich bewusst darauf besinnen, was gut läuft, woran ich mich freuen kann. Es soll nicht alles in den Anstrengungen und Ängsten untergehen. 

    Gestern die Nachricht über eine Namensänderung wegen Hochzeit. Wie gut das tat, mal so etwas lesen, gerade jetzt. 

    Ich hatte den Auftrag, ein dankbares Lied zu singen. Das habe ich gern getan. 

    Lobe den Herrn, meine Seele, und seinen heiligen Namen.
    Was er dir Gutes getan hat, Seele, vergiss es nicht, Amen.

    Der mich im Leiden getröstet hat,
    der meinen Mund wieder fröhlich macht,
    den will ich preisen
    mit Psalmen und Weisen,
    von Herzen ihm ewiglich singen:

    Elisabeth Lehmann

     

    Mittwoch, 1. April 2020

    Gehetzt und mit dem Gefühl, noch so viel zu erledigen zu müssen, eile ich in die Kirche. Letzte Vorbereitungen Gitarre stimmen, auf die Glocken warten.

    Und dann liegt er da auf dem Altar: Aufgeschlagen von jemand anderem, der Psalm für den kommenden Palmsonntag. Schon die ersten Worte treffen mich:

    „Gott, hilf mir!

    Denn das Wasser geht mir bis an die Kehle.

    Ich versinke in tiefem Schlamm, wo kein Grund ist;

    ich bin in tiefe Wasser geraten, und die Flut will mich ersäufen.“ (Psalm 69, 2-3)

    Getroffen und tief berührt bete ich für andere Menschen. Gebe mich Gott und seiner Geborgenheit hin. Singe „Aller Augen warten auf dich, Herre“ (Evangelisches Gesangbuch Nr. 461).

    Und werde gesättigt mit innerer Ruhe und der Gewissheit, dass Gott uns trägt – durch diese und künftige Zeiten.

     

    Dienstag, 31. März 2020

    Gib mir zu trinken!
    Sagt Jesus zur Samariterin am Brunnen
    auf dem mittleren Fensterbild im Johannesfenster unserer Kirche.

    Wir dürsten so oft. Nach so vielem.
    Wir leben so oft vorläufig, wartend.
    Wir haben so oft Angst, am meisten davor,
    dass andere unsere Angst sehen, riechen.

    Gib mir zu trinken. Sagt Jesus.
    Kennt er das auch? Das Dürsten?
    Das Sehnen danach, dass alles endlich gut ist,
    dass ich ankomme, dass ich sicher bin?

    Die Samariterin staunt über die Frage.
    Sie hat nicht erwartet, gebraucht zu werden.
    Sie hat nicht gedacht, dass sie etwas hat, was Jesus braucht.

    Wer braucht uns? Wer braucht mich? Unerwartet?
    Wo habe ich Wasser gegen den Durst? Gegen die Sehnsucht?

    Gib mir vom Wasser des Lebens
    sagt sie später zu Jesus.
    Nicht kurzfristige Tropfen auf heißen Steinen,
    Wasser, das in mir zur Quelle wird.

    Nicht mehr dürsten müssen.
    Keine Angst mehr haben.
    Angekommen sein. Sicher sein. Geliebt sein.
    Schenk uns Worte als Wasser des Lebens Gott.

    Hilf sie uns sagen. Wir haben sie längst.

    Sabine Simon

     

    Montag, 30. März 2020

    Durch Schneegestöber in die Kirche. Die Melodien beleben. Die alte Blockflöte geht noch. Gott erhöre uns - als Litanei für das, was bewegt. Gedanken, die kommen. Wie wertvoll aufscheint, was fehlt - Gesichter, Stimmen, Resonanz. Gottesdienst lebt davon. Wir machen derzeit das Beste aus der merwürdigen Corona-Zeit. Aber zu merken, was fehlt, auch wertvoll. Danke, GOTT.

    Anja Blös

     

    Sonntag, 29. März 2020

    Die Distanz lehrt uns die Nähe. Da sind sie im Geiste versammelt und tragen die unruhige Seele vor Gott. Auf verschiedenen Plätzen in der Kirche stellvertretend durch den Psalm gefragt: "warum ist meine Seele so unruhig?" Sich hineingebetet - alleine in der Kirche. Ja, Gott ist gefragt. Sieht Gott die Unruhe des Kranken in Italien. Des Tagelöhners in Indien. Der Supermarktverkäuferin in Heinsberg. Der Ärztin in New York. Des Selbstständigen in Hamburg. Der Lehrerin in Moskau. Sieht Gott die eigene Unruhe. Zur Ruhe kommen - ausharren und Kraft tanken. Ja Gott sieht auf uns alle. Darauf vertrauen. Beruhigend.

    Anja Blös

     

    Samstag, 28. März 2020

    Lazarus, komm heraus.
    So ruft Jesus den toten Lazarus zurück ins Leben.
    im Johannesfenster oben rechts.

    Wenn du dagewesen wärst, wäre mein Bruder nicht gestorben.
    Sagen seine Schwestern Marta und Maria vorher zu Jesus.

    Wie so oft ist Jesus traurig.
    Weniger über Lazarus‘ Tod.
    Mehr über das Nichtverstehen der Menschen.
    Die nicht verstehen, wie es sich verhält mit Gott und ihnen.

    Wer an mich glaubt, lebt, auch, wenn er stirbt.
    Das ist kein physikalischer Satz.
    Das ist Wahrheit auf tiefster geistlicher Ebene.

    Wir haben Angst vor dem Sterben.
    Vor Dunkelheit und Ende.

    Gott geht über Zellteilungsprozesse weit hinaus.
    Liebe geht darüber hinaus.

    Hier weinen wir und trauern und es tut so weh,
    geliebte Menschen leiden zu sehen, gehen zu lassen.

    Lazarus, komm heraus.
    Das wirkliche Leben in Gott,
    sichtbar in Jesus, dem Erlöser, dem Vor-Augen-Führer,
    ist nicht zuende.
    Es ist.

    Sabine Simon

     

    Freitag, 27. März 2020

    Für alle, die leiden. Für alle, die Angst haben. Für Sterbende und Trauernde. Für alle, die nach Zuversicht und Licht und Hoffnung suchen. 

    Für alle sangen wir:

    Wohl denen die da wandeln..

    Kyrieeleison, ruf uns aus den Toten, lass uns auferstehn..

    Alle Augen warten auf dich..

    Bewahre uns, Gott, behüte uns Gott..

    Elisabeth Lehmann und Anja Blös

     

    Donnerstag, 26. März 2020

    Begegnungen. 

    Die gewohnten Formen greifen nicht mehr, wir sind auf der Suche nach neuen Möglichkeiten.

    Ungeahnte Möglichkeiten. Neue Worte, anderes aufeinander zugehen, miteinander umgehen, aufeinander achten. 

    Loslassen, annehmen, gestalten! 

    Das können wir nicht allein. Gott gebe uns die Kraft dazu! , 

    Viel Glück und viel Segen für das Geburtstagskind.

    Und ein Irischer Segen, gesungen für uns als Gemeinde und für alle, die ihre Lieben nicht in Nähe haben. 

    Elisabeth Lehmann

     

    Mittwoch, 25. März 2020

    In der Kirche sein
    mich verbinden mit der Kraft, die mich belebt.
    mich verbinden mit der Welt.
    Ein Psalm, der fragt.
    Warum ist meine Seele so unruhig?
    Ein Psalm, der vertraut.
    Harre auf Gott. Aushalten. Gott ist da für Dich.
    Die Psalmen sprechen neu. 
    Beten durch Wände und Ängste hindurch. 
    Danke, was möglich ist.
    Danke, was plötzlich möglich wird durch den Abstand zum Vertrauten.
    Die Wunder wirken schon. Verwunderlich schön.

    Anja Blös

     

    Dienstag, 24. März 2020

    "Rühr mich nicht an!" Sagt der Auferstandene zu Maria aus Magdala.

    Zu sehen auf dem Fensterbild in St. Markus, in der Mitte unten.

    Fass mich nicht an, halte Abstand. Der Satz dieser Tage.

    Das, was Gott bedeutet, was Geistkraft ist,
    können wir Menschen nicht anfassen.
    Nicht anfassen und nicht festhalten.
    Nicht heute und auch sonst nie.

    So viel anderes können wir mit unseren Händen machen.
    Helfen und heilen, halten und heben, streicheln und stapeln…
    Arme habt ihr alle Zeit bei euch, denen ihr Gutes tun könnt.

    Aber Gott ist nicht mit Händen zu greifen.
    Wie dann?

    Auch das vom Anfang der Bibel an mitgeteilt:
    Gott berührt uns in Worten.

    Worten, die wir Menschen uns gegenseitig sagen.

    Nicht in den Worten, die wir nicht sagen …

    Wir dürfen einander unsere Liebe mitteilen,
    auch die Liebe, die nicht die eine „große“ ist.
    Wir dürfen einander mit Worten so viel mehr lieben, als wir es tun.

    Lasst uns lieben, denn Gott hat uns zuerst geliebt.
    In Worten. Die berühren.

    Rühr uns nicht mit den Händen an, Gott. Aber mit Worten.

    Sabine Simon

  • Ihnen liegt etwas auf dem Herzen, die Einsamkeit greift zu tief, Ängste plagen. Sie suchen das Gespräch mit Pastorin oder Pastor? Dann rufen Sie an: Pastor Volker Simon 040 - 807 93 98 12 oder Pastorin Anja Blös 0176 195 198 45.

    Darüber hinaus bietet die Telefonseelsorge der Diakonie rund um die Uhr ein offenes Ohr an unter 0800/111 0 111 oder 0800/111 0 222 oder 116 123. Dieser Anruf ist kostenfrei.

  • Sie brauchen jemand, der für Sie einkauft, weil Sie selbst das Haus nicht verlassen können oder dürfen?

    Sie gehören zu keiner Risikogruppe und würden bei Bedarf für andere, die das Haus nicht verlassen können / dürfen, mit einkaufen?

    Bitte melden Sie sich bei Diakonin Sabine Simon 040-807 93 98 14 oder diakonin.simon@stmarkushoheluft.de. Sie vermittelt gerne zwischen Ihnen!

  • Sie brauchen jemanden, der auf Ihr Kind aufpasst, weil eine kurze Zeit nicht anders zu überbrücken ist?

    Ausgebildete Jugendgruppenleiter*innen / Babysitter*innen wären bereit.

    Bitte wenden Sie sich zur Vermittlung an Diakonin Sabine Simon 040-807 93 98 14 oder diakonin.simon@stmarkushoheluft.de

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    Wie in anderen Stadtteilen auch schon, jetzt auch am Zaun zum Eppendorfer Weg. Die Möglichkeit, gute Gedanken zu teilen, indem sie dort aufgehängt werden.

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