Das Pastorat

1634 berichtet das Kirchenrechnungsbuch von Ochsenwerder über den Bau eines neuen Pastorats für 1673 Mark. Von ihm ist überliefert, dass es 1689 in Richtung des Bracks weggesunken war. Deshalb wurde es aufgeschraubt und verlegt sowie die Fenster, Wände und Kammern repariert. 1741 war es bereits so baufällig, dass es abgestützt werden musste. 1742 ersetzte ein Neubau diesen Vorgängerbau. Wir müssen annehmen, dass beide Gebäude sehr ähnlich waren, so dass unser heutiges Pastorat das Aussehen von 1634 herübergerettet hat und auch viele brauchbare Bauteile wiederverwendet wurden.

Der heutige Fachwerkbau ist der Kopfteil eines ehemaligen T-Hauses. An das vorhandene Gebäude schloss sich ein reetgedeckter Wirtschaftsteil an, denn früher musste der Pastor seinen Lebensunterhalt auch aus der Bewirtschaftung der Kirchenhufe bestreiten. Dazu gehörten der Acker, die Weide und das Vieh. Der Pastor musste also auch Bauer sein. Am 31. März 1945 wurde der Wirtschaftsteil durch Bomben zerstört und dann abgerissen.

Über der Eingangstür des Pastorats sind folgende Worte von Matthias Claudius zu lesen: „Der Mensch lebt und besteht nur eine kleine Zeit und alle Welt vergeht mit ihrer Herrlichkeit. Es ist nur einer ewig und an allen Enden und wir in seinen Händen.“

Pastorat Ochsenwerder vor 1945, noch mit Wirtschaftsteil - Copyright: Simone Vollstädt
Pastorat Ochsenwerder vor 1945
Ochsenwerder Pastorat - Copyright: Simone Vollstädt
Ochsenwerder Pastorat