© Versöhnungskirche Eilbek

Kirchenbau

Das Grundstück, auf dem die Versöhnungskirche Eilbek steht, ist von der Stadt Hamburg gepachtet. Der entsprechende Vertrag wurde im Oktober 1906 geschlossen.

Es gab 1912 eine Ausschreibung, die der Architekt Fernando Lorenzen mit seinem Projekt "Eckturm" gewann. Das Modell zu dieser Ausschreibung steht heute noch im kleinen Gemeindesaal.

Die auf den Architekturplänen resultierenden Kostenvoranschläge überstiegen deutlich die ursprünglich geschätzten Summen. Es gab zwar bereits aus Spenden gesammeltes Kapital in der Gemeinde, das leider nicht ausreichte und daher durch Mittel aus dem Kirchenrat aufgestockt werden sollte. Durch die unklare Finanzierung wurde die Entscheidung weiter vertagt und zwar mit Hinblick auf das neue Kirchensteuergesetz auf das Jahr 1915

© Versöhnungskirche Eilbek

Durch den Ausbruch des 1. Weltkrieges wurden alle projektierten Kirchenbauten vom Kirchenrat ausgesetzt. Der Eilbeker Kirchenvorstand blieb hartnäckig und beantragte in bewährter Regelmäßigkeit beim Kirchenrat die Mittel zum Bau der neuen Kirche. Dies zahlte sich aus, und es wurden Mittel bewilligt, so dass am 18. Juni 1916 der Grundstein gelegt werden konnte. Die Kirche hatte bereits ein Dach und Notverglasung, als auf Befehl des Generalkommandos der Bau im Juli 1917 still gelegt werden musste.

© Versöhnungskirche Eilbek

Ab 1919 konnten  die Bauaktivitäten wieder aufgenommen werden. Die Finanzierung war noch unsicher, aber die Verantwortlichen in der Eilbeker Gemeinde hofften auf Spenden und diese Hoffnung wurde mehr als erfüllt. 1920 gab es einen Entwurf für die Innenausstattung der Kirche vom Architekten Theodor Speckbötel, der sogar auf sein Honorar verzichtete. Aus der Gemeinde und von weiteren Einzelpersonen erhielt die Kirche ebenfalls Spenden, die den Kirchbau zusammen mit den vom Kirchenrat genehmigten Mitteln ermöglichten.

Am 06. November 1921 konnte die Versöhnungskirche endlich eingeweiht werden. Die Freude über das besondere Ereignis in diesen schlechten Zeiten wurde laut deutlich gemacht, indem alle Kirchen in Hamburg von 15:00 bis 15:30 Uhr ihre Glocken läuteten.

Die Versöhnungskirche wurde am 01. Januar 1925 selbständig und erhielt einen eigenen Kirchenvorstand. In diesem Jahr wurde auch der Turm vervollständigt, wieder mit Unterstützung von Architekt Speckbötel.

© Kristina Bösenberg-Hanisch

In den Bombennächten von 1943 sind die meisten Gebäude im Eilbektal zerstört worden. Die Versöhnungskirche Eilbek blieb stehen und war ein Symbol für Hoffnung, ein Zeichen für die Zukunft und außerdem ein Zufluchtsort für viele Ausgebombte.

Das 90. Jubiläum hat die Versöhnungskirche im November 2011 begangen und im Juni 2016 sind 100 Jahre seit der Grundsteinlegung verstrichen. Unsere Gemeinde freut sich auf viele weitere Jubiläen für diese besondere Kirche.


Beschreibung der Erbauung (aus 1945)

Der maßgeblich an der Erbauung beteiligte Pastor Julius Hahn hat seine Erinnerungen an die Geschichte der Kirche für Gregor Steffen zu seinem 50. Geburtstag am 22.10.45 aufgeschrieben. 

In der detaillierten Darstellung finden sich neben den Hindernissen beim Bau der Kirche sehr interessante Details über die Spender von Kirchenfenstern, Orgel und vielem mehr. Es ist eine sehr bewegende Schilderung, aus der deutlich wird, mit welchem Engagement und Opferbereitschaft diese Kirche in schwierigen Zeiten erbaut wurde.

Das Original ist in Sütterlin geschrieben und wird im Kirchenarchiv verwahrt. Hildburg Bothe hat sich die Mühe gemacht, dieses Zeitzeugendokument elektronisch zu erfassen, so dass Sie es hier ansehen können: Erbauung der Versöhnungskirche von Pastor Julius Hahn.