Ukrainische Flagge mit Friedenstaube - Copyright: pixabay

Ukraine-Cafè in Klein Borstel

Am 30. März haben wir als Arbeits gruppe Ukrainehilfe – bestehend aus der Kirchengemeinde Maria Magdalenen, der Flüchtlingsinitiative „Klein Borstel hilft“ sowie einige Interessierten und Engagierten – zusammen im Turmzimmer der Kirche getagt.

Hier entstand im an geregten Gespräch die Idee zum UkraineCafé in Klein Borstel als regelmäßiger Treffpunkt für Geflüchtete aus der Ukraine, ihre GastgeberInnen und Menschen, die helfen möchten.

Schon am 13. April fand dann das erste Ukraine-Café im Gemeindesaal Maria Mag dalenen statt. Ohne zu wissen, ob die Plakate und Handzettel genug Interessierte erreichen würden, bereiteten die HelferInnen den Abend vor, sodass pünktlich um 19:00 Uhr gedeckte Tische, Flammkuchen, Quiche, Naschereien, Kaffee, Tee und Kaltgetränke bereit standen. Auch Listen zur Kontaktaufnahme „Ich suche“, „Ich biete“ wurden in beiden Sprachen ausgelegt. Und siehe da – zuerst wenige, dann immer mehr Menschen strömten in den Saal, belegten die Tische und schließlich fanden rund 80 Gäste beim Genuss der Leckereien zusammen.

Dr. Kirsten Forsblad vom Kirchengemeinderat und Jan Billhardt von „Klein Borstel hilft“ sprachen ein herzliches Willkommen an alle Anwesenden aus, übersetzt von der Turmchor-Leiterin Anna Vishnevska. Mehrere Ukrainerinnen, die schon länger in Deutschland leben, fungierten an den Tischen als Übersetzerinnen, aber auch die russische und englische Sprache ermöglichte die Verständigung. Ukrainische Gäste, die sich, obwohl nicht weit voneinander entfernt untergekommen, vorher nicht kannten, kamen in Kontakt. Herr Berndt, der Leiter der AlbertSchweitzer-Schule, informierte über die Einrichtung einer internationalen Vorbereitungsklasse für ukrainische Kinder ab Mai. Herr und Frau Stephan fanden für den Hofladen einige Ukrainerinnen für Jobs auf 450-Euro-Basis. Es entstand ein angeregter, konstruktiver und lebendiger Austausch zwischen allen Beteiligten mit der Perspektive, Kontakte und Hilfe zu intensivieren.

Ein gelungener und berührender Auftakt, der bereits am 27. April seine Fortsetzung fand. Schon etwas routinierter sorgten die Helfer dafür, dass die Tische wieder pünktlich um 19:00 Uhr gedeckt waren. War die Resonanz auf das Ukraine-Café beim letzten Mal eine Eintagsfliege gewesen oder würden wieder so viele Menschen teilnehmen, um Kontakte zu knüpfen, Hilfe anzubieten oder auf ukrainischer Seite Bedarf zu äußern? Das war die große Frage, die sich schon bald beantwortete.

Schon vor Beginn kamen erste ukrainische Gäste und lernten sich gegenseitig kennen. Kurz darauf füllte sich der Saal und es entstanden wieder angeregte Gespräche zwischen beherbergenden Familien, ukrainischen Gästen, Menschen, die helfen wollen oder einfach Interesse am Austausch haben. Diesmal sprach Helmut Lindner vom Kirchengemeinderat herzliche Begrüßungsworte. Über setzt wurde wieder von Anna Vishnevska, die ihrerseits zur Teilnahme in den von ihr geleiteten Chören einlud – dem Turmchor hier in Klein Borstel sowie in ihrem deutsch-russischen Chor DRusJA, der am 8. Mai ein tolles Friedenskonzert in Altona gab. Wir konnten feststellen, dass der Ruf unseres Ukraine-Cafés schon nach einem Mal weit über die Grenzen Klein Borstels hinaus gedrungen ist. Beispielsweise waren Gäste aus Harburg dabei und eine Dame im Rollstuhl hatte mit ihrer Tochter zusammen eine sehr lange Anfahrt aus dem Umland auf sich genommen, da sie eine stadtnähere Wohnung und eine Operation benötigt.

Ärztliche Hilfe, Lebensmittel, Hygieneartikel, Kleidung, aber auch Musikinstrumente wurden als Bedarf von ukrainischen Gästen in die ausliegenden Listen einge tragen. Unterstützung wurde für Behördengänge, Deutschunterricht, Fahrdienste und Übersetzung angeboten. Die lebhaften Gespräche und das gegenseitige Interesse schufen wieder eine Atmosphäre, aus der sich die Gäste am Ende nur zögerliche lösen konnten. Viele äußerten Interesse, weiterhin zum Ukraine-Café zu kommen und sagten, dass der zweiwöchige Abstand, den wir eingeplant haben, ihnen sehr gelegen kommt. Zwei weitere Abende des UkraineCafés haben im Mai stattgefunden.