Das Leid des Krieges
Sieben Tage fehlen bis zum Waffenstillstand von Compiègne, als Wilfred Owen stirbt. Am 4. November 1918 fällt der britische Soldat und Dichter bei Ors in Frankreich. Er ist 25 Jahre alt. In seinen Gedichten hat er festgehalten, was Krieg mit Menschen macht: die Angst, das Sterben, die zerstörten Hoffnungen.
Den Frieden durfte er nicht erleben. Seine Worte aber haben ihn überlebt, unter anderem in einem Werk, das mehr als vier Jahrzehnte später entsteht: Benjamin Brittens War Requiem.
Am 23. Februar 2025 brachte der Kirchenkreis Hamburg-West/Südholstein dieses musikalische Mahnmal auf die Bühne der Hamburger Laeiszhalle. Mit der Veröffentlichung der Aufzeichnung auf YouTube sorgen die Kreiskantoren Jonas Kannenberg, Eberhard Kneifel und Finnegan Schulz sowie der Dirigent Frank Löhr nun dafür, dass eine breite Öffentlichkeit digitalen Zugang zum Werk hat.
Der Termin liegt genau einen Monat vor Brittens 50. Todestag: Der Komponist starb am 4. Dezember 1976. Zugleich ist es Owens Todestag. Zwei Lebensgeschichten, die im „War Requiem“ zusammenfinden, berühren sich damit auch im Kalender.