Das Ergebnis der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ist eine Zäsur, die weit über das Bundesland hinausreicht und uns alle betrifft. Die politische Landschaft verändert sich, unsere Demokratie wird herausgefordert. Das bewegt viele Menschen – auch in Hamburg.
Wir respektieren demokratische Wahlergebnisse. Gleichzeitig benennen wir, was für uns nicht verhandelbar ist: Die Würde jedes Menschen, die Gleichheit vor dem Gesetz, das Recht auf Schutz und Zuflucht. Unsere Solidarität gilt allen, die in Sachsen-Anhalt für die Rechte anderer und die demokratische Grundordnung einstehen.
Wo Menschen gegeneinander ausgespielt, Gruppen pauschal verächtlich gemacht oder demokratische Institutionen bewusst beschädigt werden, widersprechen wir. Nicht aus parteipolitischer Parteinahme, sondern aus unserem christlichen Verständnis heraus.
Wir sehen auch: Hinter diesem Wahlergebnis stehen Menschen, die sich von demokratischen Parteien im Stich gelassen fühlen. Diese Erfahrungen sind real und sie verdienen eine Antwort, die über den Wahlabend hinausreicht.
Dazu wollen wir als Evangelische Kirche Hamburg beitragen – offen, solidarisch und mit klarer Haltung. Unsere Antwort muss im Alltag sichtbar werden: im Zuhören, im Widerspruch, im Schutz der Schwächeren und in der Bereitschaft, Verantwortung für ein solidarisches Miteinander zu übernehmen.
Unsere Kirchen sollen Orte sein, an denen niemand wegen seiner Herkunft, seines Glaubens, seiner Lebensweise oder seiner politischen Haltung entmenschlicht wird. Wir suchen das Gespräch mit vielen, aber wir machen menschenfeindliche Positionen nicht anschlussfähig. Wir streiten für eine Demokratie, in der Menschenrechte für alle Menschen gelten.
Die Wahl in Sachsen-Anhalt erinnert uns: Demokratie lebt davon, dass Menschen sich gesehen fühlen, Verantwortung übernehmen und einander nicht aufgeben.