19.10.2026
Architektur-Auszeichnung

Trinitatis Quartier ist „Bauwerk des Jahres 2025“

Trinitatis Quartier in Hamburg-Altone mit Hafenskyline im Hintergrund

Ein Dorf in der Stadt, offen für alle

Anfang Oktober hat die Obdachlosentagesstätte „MAhL ZEIT“ im Trinitatis Quartier ihr 30-jähriges Bestehen gefeiert, seit letzter Woche darf sich das Altonaer Quartier zudem über eine renommierte Architektur-Auszeichnung freuen.

Eines von drei Siegerprojekten

Das Trinitatis Quartier wurde vom Architekten- und Ingenieurverein Hamburg (AIV) als „Bauwerk des Jahres 2025“ ausgezeichnet. In einem starken Bewerberfeld setzte sich unser Projekt als eines von drei Siegerprojekten unter insgesamt 82 Einreichungen durch.

Propst Frie Bräsen und Kris Heitmann, Geschäftsführer von bauwerk KIRCHLICHE IMMOBILIEN, nahmen den Preis am 15. Oktober in Ottensen in der Musik.Werk.Stadt, einem der Preisträger aus dem letzten Jahr, entgegen.

Mit der Auszeichnung würdigt der AIV herausragende Hamburger Neubauten, deren städtebauliche und architektonische Qualität das gelungene Miteinander von Architekt*innen, Ingenieur*innen sowie der Bauherrschaft eindrucksvoll unter Beweis stellt.

„Alle Beteiligten können sehr stolz sein"

Frie Bräsen und Kris Heitmann nehmen mit weiteren Preisträgern Auszeichnung des AIV auf der Bühne entgegen

„Die Zukunft von Kirche entscheidet sich auch daran, ob wir für unser Umfeld relevant sind. Deshalb müssen wir bei unseren Gebäuden nicht nur fragen: Was brauchen wir selbst? Sondern auch: Was braucht die Nachbarschaft von uns?“, betont Frie Bräsen. „Ob jemand zum Gottesdienst oder zum Essen kommt, hier arbeitet oder wohnt: Alle Menschen im Trinitatis Quartier sollen spüren, dass sie willkommen sind. Gute Architektur trägt wesentlich dazu bei.“

Kris Heitmann ergänzt: „Der Preis des Architekten- und Ingenieurvereins würdigt ausdrücklich das gelungene Zusammenspiel aller am Bau Beteiligten. Ein solches Projekt braucht Menschen, die nicht nur ihren eigenen Beitrag im Blick haben, sondern Verantwortung für das Ganze übernehmen. So haben wir gemeinsam ein lebendiges Ensemble mit kirchlichen, sozialen und gemeinwesenorientierten Angeboten geschaffen. Darauf können alle Beteiligten sehr stolz sein.“

Das Trinitatis Quartier wurde vom Kirchenkreis Hamburg-West/Südholstein initiiert und als Bauherrengemeinschaft zwischen der Hauptkirchengemeinde St. Trinitatis Altona und dem Kirchenkreis umgesetzt – in enger Zusammenarbeit mit der Bauherrenvertretung bauwerk KIRCHLICHE IMMOBILIEN.

Raum für Hoffnung

Das Trinitatis Quartier verbindet kirchliche, soziale und gemeinwesenorientierte Angebote unter einem Dach – oder vielmehr unter fünf Dächern. Fünf moderne Backsteinbauten bilden gemeinsam mit der denkmalgeschützten Hauptkirche St. Trinitatis ein lebendiges Ensemble.

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Anspruchsvolle Architektur, nachhaltige Stadtentwicklung und gelebte Solidarität

In seiner Laudatio hob Peter Olbert hervor, dass das Trinitatis Quartier eindrucksvoll zeige, wie anspruchsvolle Architektur, nachhaltige Stadtentwicklung und gelebte Solidarität Hand in Hand gehen.

Die Auszeichnung ist eine großartige Anerkennung für den Kirchenkreis Hamburg-West/Südholstein, die Hauptkirchengemeinde St. Trinitatis, bauwerk KIRCHLICHE IMMOBILIEN sowie kbnk Architekten.

Ein herzlicher Dank gilt allen Kolleg*innen und Projektbeteiligten, die mit ihrem Engagement und ihrer Fachkompetenz dieses besondere Projekt möglich gemacht haben sowie auch an die vielen Menschen, die das Quartier Tag für Tag mit Leben füllen.

Die Geschichte dahinter

Die Hauptkirche St. Trinitatis steht seit 1649 im Herzen Altonas – einst zweitgrößte Stadt Dänemarks. Vor dem Krieg war die Kirche umgeben von eng bebauten Straßen. Die „Operation Gomorrha" 1943 zerstörte fast alles. Was blieb, war eine Grünfläche und eine Kirche auf einer Insel.

80 Jahre nach der Zerstörung der Altonaer Altstadt im Zweiten Weltkrieg schließt das Trinitatis Quartier eine der großen Kriegswunden Hamburgs. Wo Bomben einst alles bis auf die Kirche in Trümmer legten und jahrzehntelang eine Brache war, zieht nun neues Leben ein.

2017 gewann das Büro KBNK Architekten den städtebaulichen Wettbewerb. 2022 begannen die Bauarbeiten, begleitet von spektakulären archäologischen Ausgrabungen des „Altonaer Pompeji" – der historischen Kellerlandschaft von Kibbelstraße und Kibbeltwiete.

Im Juni 2023 wurde der Grundstein gelegt, im November das Richtfest gefeiert und im Januar 2025 die ersten Häuser bezogen. Im Juni 2025 feierte das Quartier mit drei Festtagen seine Einweihung. 

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