Details zur Veranstaltung
ERHÖRTES UNERHÖRTES 3 von 5
So, 28.06.2026, 18 Uhr, Kulturkirche Rahlstedt
Alles hat seine Zeit
Ensemble Pink Noise
Bárbara Cotrim – Violine
Clara Wigger - Klarinette(n)
Carlota Ramos – Kontrabass
Jonathan Hartwig - Schlagwerk
&
Sophie Kockler, Bohlen-Pierce-Klarinette
Sascha Lino Lemke-Live-Elektronik
In einem Rauschen sind alle möglichen Frequenzen statistisch gleich stark vertreten, das pinke Rauschen ist eine Variante, bei der die Intensität der Frequenzen nach oben hin abnimmt, was dem menschlichen Ohr in der Regel angenehmer erscheint. Das junge engagierte Ensemble PINK NOISE mit Clara Wigger (Kontrabass-, Bass- und "normale" Klarinetten), Bárbara Cotrim (Violine), Carlota Ramos (Kontrabass) und Jonathan Hartwig (Schlagzeug), verstärkt durch Sophie Kockler (Bohlen-Pierce- und Bassklarinette) bringt ein Programm auf die Bühne, das die klangliche Vielfalt und den Reichtum an unerhörten Klängen, die das weite Spektrum zeitgenössischer Musik zu bieten hat, auf die Bühne bringt. Zum Programm zählt das zweisätzige Quartett "Tu aspires...les adieux" (2024) des Rahlstedter Komponisten Sascha Lino Lemke, das die klanglichen Möglichkeiten des Ensembles zwischen Ton und Geräusch auslotet. Das eine verklanglicht dabei die Laute eines Gedichts von Sonja Schierbaum, das andere ist eine verrauschte Fantasie über den Beginn von Beethovens Sonate "Les Adieux" mit sich transformierenden loop-artigen Wiederholungen. In Lemkes "Prediger" (2007), das als Vertonung der biblischen Reflektion darüber, dass alles seine Zeit habe, dem Konzert seinen Titel gibt, spielt der Schlagzeuger auf einem bunten Setup aus Trommel, Steinen, Holzstücken, gestimmten Weingläsern, Triangeln, Cymbales antiques und einem Metronom und wird selbst zum Prediger, indem er immer deutlicher seine Stimme benutzt und den Text aus Prediger 3 rezitiert. Lemkes "Pas de deux" (2008) untersucht wiederum das Spektrum klanglicher Möglichkeiten, das die Kombination einer "normalen" Klarinette, einer in Bohlen-Pierce-Stimmung gestimmten Klarinette und eines Computers zu bieten hat, von im Raum tänzerisch zwischen den Lautsprechern springenden Atemgeräuschen ähnlich denen von körperlich geforderten Balletttänzer*innen bis hin zu Tonhaftem, wobei hier gerade die ungewöhnliche Stimmung der Bohlen-Pierce-Klarinette neue Skalen, Melodien und Akkorde hervorbringt. Das Trio"den angestoßenen Augen der Steine" (2014) des schleswig-holsteinischen Komponisten Gerald Eckert lotet die klanglichen Möglichkeiten einer Violine einer extrem tiefen Kontrabassklarinette in Kombination mit Live-Elektronik und Tonband aus. Das Ensemble Pink Noise wird außerdem eine neue Komposition der jungen koreanischen Komponistin Goeum Kim uraufführen. Und einen weiteren Faden durch das Programm ziehen Realisierungen für das Publikum projizierter grafischer Partituren des britischen Komponisten Cornelius Cardew aus dessen mit "Treatise" bezeichneten Sammlung (1963-1967), bei dem das Ensemble Anordnungen aus Linien, Symbolen und diversen geometrischen Figuren in Klang (und Geräusch) umsetzt.