Seit Donnerstagmorgen liegt Stille über vielen Hamburger Friedhöfen. Keine Trauergemeinde, keine Sargträger – nur das leise Knirschen unter den Stiefeln eines Friedhofsmitarbeiters, der Absperrbänder kontrolliert. Die Stadt hat entschieden: zu gefährlich. Äste brechen unter der Schneelast, Wege sind vereist. Wer einen Angehörigen beerdigen will, muss gegebenenfalls warten.
Die staatlich getragenen Friedhöfe, darunter Ohlsdorf und Öjendorf, sind seit Donnerstag für den Publikumsverkehr gesperrt, geplante Trauerfeiern dort bis auf Weiteres abgesagt.
Auch auf kirchlichen Friedhöfen wird derzeit sehr genau geprüft, was verantwortbar ist. Als Friedhofsbeauftragter empfiehlt Daniel Klandt den kirchlichen Friedhöfen, die Anlagen für den allgemeinen Publikumsverkehr zu sperren und die Gefahrenlage vor Ort individuell zu bewerten.
„Wenn es keine Gefahr gibt – etwa durch umstürzende Bäume oder herabfallende Äste – können Trauerfeiern stattfinden“, sagt Klandt. Können Kapellen, Kirchen, Parkplätze oder Grabstätten jedoch nicht sicher erreicht werden, müssten Termine kurzfristig verschoben werden. In manchen Fällen bleibe der Sarg nach der Trauerfeier zunächst in der Kühlung, die eigentliche Beerdigung werde auf einen Tag mit besseren Wetterbedingungen verlegt. Ob Trauerfeier, Beisetzung oder beides verschoben werden, sei immer eine Einzelfallentscheidung – abhängig von der Situation auf dem jeweiligen Friedhof und auch von der Sicherheit der Mitarbeitenden.
Die Kirchengemeinden versuchen in solchen Situationen aufzufangen, was aufzufangen ist – mit Telefonaten, persönlichen Gesprächen und zeigen damit: Wir sind da!