Ilse Rönnfeldt ist 85 Jahre alt und nicht mehr so gut zu Fuß, wie sie selbst sagt. Seit mehr als einem halben Jahrhundert lebt sie in derselben Wohnung in Hamburg. Ihre Kinder sind hier aufgewachsen. Doch jetzt muss sie ausziehen, die Treppen zum zweiten Stock schafft die Rentnerin kaum noch und einen Fahrstuhl gibt es nicht.
„Traurig irgendwie. Ich glaube schon, dass ich nachher anfange zu heulen, wenn das so weit ist.“
Vor gut zwei Jahren starb Ilse Rönnfeldts Mann, seither wohnt sie in der 86-Quadratmeter-Wohnung allein. Der Umzug macht ihr große Sorgen, denn bezahlbarer Wohnraum in der Großstadt ist knapp. Ein Problem, mit dem viele Menschen in ganz Deutschland zu kämpfen haben, sagt Claudia Langholz vom Diakonischen Werk in Hamburg. Neben Rentnerinnen und Rentnern sind auch Arbeitende betroffen.
„Wir sprechen von den 'Working Poor'. Das sind Familien, die eine Arbeit haben, die davon aber nicht leben können. Aber auch Altersarmut ist ein Thema. Manche älteren Menschen müssen sich entscheiden, ob sie Geld für Medikamente oder für das Heizen ausgeben.“