Öffentliche Räume sind Zeichen der Demokratie. Warum? Weil Menschen sich hier begegnen. Physisch. Man nimmt einander wahr, hört Stimmen oder gerät ins Gespräch. Daraus können Austausch, Neugier und vielleicht auch ein Gefühl von Gemeinsamkeit entstehen. Es ist nicht von ungefähr, dass der Marktplatz – oder ursprünglicher: die Agora – immer wieder mit dem Entstehen der Demokratie assoziiert wird.
Deutsch, israelisch, arabisch: ein internationales Kooperationsprojekt
Aber es gibt auch Marktplätze, die umgeht man lieber. Sie werden außerhalb ihrer traditionell stattfindenden Wochenmärkte kaum besucht, bleiben menschenleer. „Es ist wie in einem leeren Restaurant: Niemand setzt sich dann einfach in die Mitte“, beschreibt es Wolfgang Kühr von der Akademie für Mode und Design (AMD). Gemeinsam mit Frank Engelbrecht, Pastor an der Kirche Blankenese am Markt, initiierte er deshalb das Projekt „Partizipatives, nachhaltiges Stadtdesign“. Mit der GemeindeAkademie Blankenese, der HafenCity Universität Hamburg, dem Markthaus Blankenese und dem Zukunftsforum Blankenese entstand daraus ein internationales deutsch-israelisch-arabisches Kooperationsprojekt.
Der Anlass ist denkbar konkret: der Blankeneser Marktplatz. Arabische und jüdische Studierende aus Israel entwickeln gemeinsam mit einer internationalen Gruppe Studierender von der HCU und der AMD Ideen für seine Gestaltung. Denn dieser Marktplatz ist einer von jenen, die außerhalb der Markttage ihr Potenzial nicht vollständig entfalten. Die Aufgabe: Wie lassen sich öffentliche Plätze so gestalten, dass Menschen sie nicht nur überqueren, sondern tatsächlich nutzen?