Gott näherkommen?
Mystik – da denken viele zuerst an Klöster, Räucherschwaden und Menschen, die stundenlang schweigend beten. Irgendwie schön, aber auch weit weg vom Alltag. Dabei beginnt Mystik oft viel unspektakulärer. Vielleicht sogar dort, wo wir sie gar nicht vermuten: in Momenten, in denen wir ganz da sind.
Mystik ist nicht einfach Flow. Aber wer Flow kennt – oder Staunen, oder Stille –, kennt vielleicht die Richtung: Augenblicke, in denen die Welt näher rückt, als unsere Begriffe hinterherkommen. Konzentrierte Erfahrungen, in denen die gewohnte Distanz zwischen uns und der Welt für einen Moment nachlässt.
Mystik ist keine Geheimlehre für Superfromme – sondern eine Einladung, Gott nicht nur zu denken, sondern zu erfahren.
Die spanische Ausnahme-Künstlerin Rosalía, eine der prägendsten Stimmen der letzten Jahre, gab neulich ein beeindruckendes Interview zu ihrem neuen Album in der New York Times: Ich wollte Gott näher kommen, sagte sie.
Was meint sie damit?