Einsamkeit und seelische Not sind für die meisten Menschen in Deutschland sehr reale Gefühle, wie nicht zuletzt eine Studie aus Baden-Württemberg festgestellt hat – unabhängig davon, ob sie alt oder jung sind. „In meiner Arbeit spüre ich eine große Vereinsamung, eine Art Mutlosigkeit und Ohnmacht – die Seele ist bedrückt“, sagt Pastorin Melanie Kirschstein im Interview. Sie ist Teil des Projekts „MitMenschen unterwegs“, ein Angebot im Rahmen von „ZusammenWir! – Netzwerk Seelsorge Nachbarschaft“ der Evangelischen Kirche in Hamburg. Das Ziel von Melanie Kirschstein und ihren Kolleg*innen: der Aufbau sogenannter „Caring Communities“, also sorgender Gemeinschaften.
Die Idee: Vor Ort wird eine Gruppe von Menschen in einem Seelsorge-Basiskurs ausgebildet und ermutigt, sich füreinander und miteinander zu engagieren. Ein Unterschied zur klassischen Seelsorge: Im Zentrum steht das Etablieren einer sorgenden Nachbarschaft, in der jede Person hilfs- und helfensbedürftig ist. Wir sprachen mit der Pastorin über die Bedeutung solcher Angebote für die Gesellschaft – und warum der Kurs uns alle anspricht.