In Hamburg fand am Sonntagabend ein Gottesdienst in der Hl. Dreieinigkeitskirche in St. Georg statt. Unter dem Titel „PridePrayer – Haltung zeigen!“ war der Gottesdienst ursprünglich als Start der Hamburger Pride Week gedacht, erhielt durch den Anschlag am Vortag aber einen anderen Schwerpunkt.
„Heute Abend suchen viele von uns nach einem Ort. Nach dem, was gestern beim CSD in Berlin passiert ist, nach der Angst, der Trauer, der Frage, ob wir sicher feiern und sichtbar sein können. Wir öffnen heute Abend unsere Kirche“, schrieb Jens Ehebrecht-Zumsande, Religionspädagoge und Leiter des Strategiebereichs Missionarische Kirche im Erzbistum Hamburg unter dem Einladungs-Post der Hl. Dreieinigkeitskirche St. Georg.
„Wir bleiben trotzdem sichtbar, gemeinsam, im Glauben, dass Liebe größer ist als Furcht. Kommt, wie Ihr seid. Ihr seid hier willkommen.“
Der frühere Vorsitzende von Hamburg Pride, Stefan Mielchen, rief dazu auf, sich für den kommenden CSD in der Innenstadt nicht einschüchtern zu lassen. Der Anschlag mache traurig, fassungslos und wütend. „Aber er macht uns nicht sprachlos. Und schon gar nicht macht er uns unsichtbar.“ Es gelte gerade jetzt, den Christopher Street Day selbstbewusst zu feiern und sichtbar zu bleiben, so Mielchen gegenüber dem Evangelischen Pressedienst (epd). „Unsere Freiheit ist nicht verhandelbar. Unsere Sichtbarkeit ist nicht verhandelbar.“