Insgesamt war die Stimmung auf dem CSD in Hamburg ausgelassen, doch die Vorfälle auf dem Berliner CSD waren für wohl alle Beteiligten präsent.
Der Anschlag in Berlin war auf dem Hamburger CSD immer wieder präsent. Als der Truck des Berliner CSD-Vereins – kurzfristig zu Gast in Hamburg – an der St. Petri vorbei fuhr, läuteten die Glocken und die Parade war für einen Moment der Erinnerung still.
Dann ging sie weiter, entschlossen und laut wie zuvor. Marco Tripmaker, Leitung der Kommunikation im Kirchenkreis-West/Südholstein und Teilnehmer auf dem Truck der Evangelischen Kirche Hamburg, beschrieb es so: „Da war so viel Liebe in den Gesichtern der Leute, alle waren friedlich, als würden sie spüren, wie wichtig es gerade jetzt ist, sich zu zeigen“.
Auch Inna Avdeeva, die ebenfalls auf dem Kirchen-Truck mitfuhr, empfand die Stimmung als bestärkend: „Der Hamburger CSD hat richtig Spaß gemacht, und es war wirklich schön zu sehen, dass nicht trotz, sondern gerade aufgrund des Anschlags auf den CSD in Berlin so viele Menschen auf die Straße gegangen sind, um ein klares Zeichen gegen Gewalt und für Vielfalt und Toleranz zu setzen." Dass die Evangelische Kirche mit einem eigenen Truck dabei war, habe dabei eine besondere Bedeutung: „Das Wir-Gefühl kennt keine Schubladen, und jeder Mensch ist überall willkommen."
Sichtbare Trauer um die Opfer des Anschlags in Berlin, gleichzeitig eine ungebrochene Entschlossenheit mit einer Rekordbeteiligung: Der CSD in Hamburg 2026 war ein wichtiges Ereignis für viele Menschen, nicht nur in der Hansestadt. Für die Ev.-Luth. Kirche in Hamburg bedeutete es vor allem, nicht zurückzuweichen, sondern lauter zu werden.