Für Gerechtigkeit und Frieden – 100 Jahre Weltgebetstag
Feministisch miteinander unterwegs
Der Weltgebetstag ist die älteste und größte weltweite Basisbewegung in der Ökumene. Seit über 100 Jahren verbinden sich Frauen unterschiedlichster Konfessionen aus allen Erdteilen miteinander unter dem gemeinsamen Motto „informiert beten & betend handeln“.
Über Grenzen hinweg
Der weltweite Gottesdienst wird jedes Jahr von einem ökumenischen Frauenteam in einem anderen Gastland vorbereitet. Inspiriert von einem biblischen Wort erzählen sie von ihrem Leben und Glauben, ihren Sorgen und ihren Hoffnungen für sich, ihrem Land und die ganze Welt. Gemeinsam gefeiert wird jeden ersten Freitag im März, ganz nah beim 8. März, dem internationalen feministischen Kampftag. Ein Gebet zieht rund um den Globus und vereint Menschen im Glauben.
Global denken, lokal handeln
Der Weltgebetstag setzt Zeichen der Hoffnung, fördert Frieden und schärft den Blick für Ungerechtigkeiten, Ausbeutung und Gewalt. Die Vision ist eine Welt, in der alle Frauen und Mädchen selbstbestimmt leben können. Als Zeichen gelebter Solidarität unterstützt die Kollekte weltweit Projekte, die Frauen und Kinder stärken. So öffnet der Weltgebetstag den Blick über kulturelle und konfessionelle Grenzen und fördert globales Lernen.
100 Jahre Weltgebetstag
2027 feiert der Weltgebetstag der Frauen sein 100-jähriges Bestehen. Seit Beginn setzt sich die Bewegung für Frieden, Gerechtigkeit, Menschenwürde und die Rechte von Frauen und Mädchen ein. Der Jubiläums-Gottesdienst feiert, was gelungen ist: eine beispiellose ökumenische Frauenbewegung ist gewachsen, die Frauen weltweit verbindet. Von Anfang an setzt sich der Weltgebetstag für Gerechtigkeit und Frieden ein. Und heute motiviert er Menschen in über 150 Ländern, für Frauenrechte und eine friedliche Welt einzustehen.
Schon die Pionierinnen hatten soziale Not und Unrecht im Blick, als der Weltgebetstag 1927 von Frauen christlicher Missionsgesellschaften in Nordamerika gegründet wurde. Zum ersten Mal beteten christliche Frauen unterschiedlicher Konfessionen auf verschiedenen Kontinenten am selben Tag für dieselben Anliegen.
Unter dem Motto „informiert beten & betend handeln“ schafft der Weltgebetstag Räume, in denen Menschen unterschiedlicher Herkunft, Generationen und Konfessionen einander zuhören, Unterschiede respektieren und Hoffnung schöpfen können. In einer Zeit globaler Krisen, gesellschaftlicher Spannungen und wachsender Unsicherheiten ist das aktueller denn je. Hannas Lied (1. Samuel 2,1-10) und Marias Magnificat (Lukas 1,46-55), die beiden Bibeltexte der Gottesdienstordnung 2027, sind Kraftquellen und Ansporn, sich auch heute für einen gerechten Frieden einzusetzen.
Das gegenseitige Verständnis beginnt beim Weltgebetstag vor Ort: In den Begegnungen zwischen Menschen. Römisch-katholische, evangelische, altkatholische, freikirchliche und orthodoxe Christinnen bereiten gemeinsam die Gottesdienste vor und laden zum Mitfeiern ein. Und daraus entstehen Freundschaften, Netzwerke und gemeinsame Projekte.
Zum 100. Jubiläum finden rund um den 5. März 2027 auch in Hamburg und der Region viele Veranstaltungen statt.