10.09.2026
Himmel & Elbe

Wo Versöhnung beginnt – die neue „Himmel & Elbe“ ist da

Das Mahnmal Nikolai in Hamburg

Wie kann Versöhnung gelingen?

Versöhnung klingt nach einem großen Ziel – doch ist sie immer möglich? Die neue Ausgabe der „Himmel & Elbe“ schaut auf Schuld, Verletzungen und Neuanfänge. Und sie erzählt von Menschen, die ihre eigenen Wege aus Konflikten suchen.

In unserer Zeit wird viel über Versöhnung gesprochen: auf weltpolitischer Ebene angesichts der Kriege im Nahen Osten und in der Ukraine ebenso wie im persönlichen Umgang mit Verletzungen. Doch Versöhnung lässt sich nicht erzwingen. Sie braucht Zeit – und einen eigenen Weg, mit dem Erlebten umzugehen. 

Die neue Ausgabe von „Himmel & Elbe“ nimmt diese Spannung in den Blick. Sie fragt: Was macht Versöhnung zwischen Menschen und Gruppen möglich? Was bedeutet es, Schuld anzuerkennen? Anhand biblischer Erzählungen, historischer Ereignisse und aktueller Geschichten aus Hamburg beleuchtet das Magazin das Thema aus verschiedenen Perspektiven.

Eine Brücke, die von beiden Ufern gebaut werden muss

Im Essay „Eine Brücke, die von beiden Ufern gebaut werden muss“ beschreibt Hauptpastor Dr. Stefan Holtmann Versöhnung als einen Weg, der nicht in schneller Harmonie endet: An der biblischen Geschichte von Jakob und Esau zeigt sich, wie eigene Schuld anerkannt und der Wunsch nach Rache überwunden werden kann. 

Auch ein Artikel über die englische Stadt Coventry zeigt, wie viel Versöhnung bewegen kann: Sie wurde im November 1940 von deutschen Luftangriffen schwer zerstört, mehr als 500 Menschen starben, 800 weitere wurden verletzt, die mittelalterliche Kathedrale und große Teile der Stadt lagen in Trümmern. 

„Father forgive“ – „Vater, vergib“ wurde in die Chorwand der zerstörten Kathedrale gemeißelt. Damit setzte der damalige Dompropst Richard Hiward ein Zeichen gegen Rache und für den langen Weg zur Versöhnung. An diesen Weg erinnern bis heute auch in der Stadt Hamburg die Nagelkreuze aus Coventry in den Hauptkirchen sowie dem Mahnmal St. Nikolai.

„Wir müssen uns nicht immer mit jedem versöhnen“

Im Interview erklärt die Theologin Dr. Ulrike Peisker den Unterschied zwischen Versöhnung und Vergebung. Versöhnung kann bedeuten, nach einer Verletzung einen neuen Umgang miteinander zu finden. Vergebung ist dafür keine zwingende Voraussetzung. Peisker warnt vor moralischem Druck, der Betroffene dazu drängt, zu vergeben oder eine Beziehung fortzusetzen.

Besonders im Umgang mit sexualisierter Gewalt ist diese Unterscheidung wichtig. Die Verantwortung liegt zunächst bei denjenigen, die für das Geschehene verantwortlich sind, sowie bei den Institutionen, die ihre Strukturen prüfen müssen. Betroffene können unterschiedliche Wege im Umgang mit dem Erlebten gehen. Der christliche Glaube kann dabei ein Ort sein, an dem auch Unversöhntes vor Gott ausgesprochen werden darf.

Außerdem im neuen Heft

In ihrer Kolumne schreibt Susanne Richter über das Ende des Sommers und die Möglichkeit, in der ruhigeren Jahreszeit zu sich selbst zu finden. Margalit Goldberg gibt einen Einblick in ihre Arbeit als Freiwillige der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste in der KZ-Gedenkstätte Neuengamme: In ihrer Arbeit zeigt sich, wie internationale Verständigung und Erinnerung verbunden werden können. 

Julia Seidel berät bei der Caritas in St. Georg queere Familien, Jugendliche und Eltern. Sie erzählt von Konflikten, Anerkennung und dem Versuch, Beziehungen neu zu gestalten. Dabei wird auch deutlich: Nicht jede Situation lässt sich sofort oder vollständig versöhnen. 

In der Gefängnisseelsorge begleitet Pastorin Birgit Dušková Inhaftierte in der JVA Fuhlsbüttel. Sie hört zu, wenn Menschen Verantwortung für ihr eigenes Leben übernehmen und neue Perspektiven für ihre Zukunft suchen.

Diese und viele weitere Themen finden Sie in der aktuellen Ausgabe von „Himmel & Elbe“. Dads aktuelle PDF finden Sie zum Download auf dieser Seite.

Aktuelle Ausgabe von "Himmel & Elbe"

Das Mahnmal Nikolai in Hamburg

Aktuelle Ausgabe von "Himmel & Elbe"

Hier finden Sie die neue “Himmel & Elbe” zum Thema Versöhnung.

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